Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Startschuss für das weltweit größte Gemeinschaftsprojekt für klimafreundliche Elektroautos gegeben. Ab Ende 2009 sollen in Berlin 100 Elektro-Smart der Daimler AG fahren, die an 500 RWE-Stromladepunkten mit Energie versorgt werden können. Merkel sprach von einem «wirklich wegweisenden Projekt» für die Hauptstadt, die Automobil- und die Elektrowirtschaft.
Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, erklärte, mit modernen Lithion-Ionen-Batterien hätten die Elektroautos eine Reichweite von rund 100 Kilometer. 90 Prozent der Fahrten der Bundesbürger führten über weniger als diese Distanz. Anfang 2009 werde man das System testen und Ende 2009 in die Kleinserienproduktion gehen. 2010 sollen Mercedes als Elektroautos hinzukommen.
Der Vorstandsvorsitzende der RWE-AG, Jürgen Großmann, kündigte an, bis Ende 2009 werde es in Berlin 500 Ladestationen für Elektroautos geben. «Wir wollen damit unsere Städte sauberer und leiser machen.» Die Fahrzeugen sonderten vor Ort kein klimaschädliches Kohlendioxid ab.
Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, erklärte, die Elektrofahrzeuge seien teurer als konventionelle Autos. «Wenn sie wirtschaftlich attraktiv sein sollen, muss ihre Nutzung, also der Preis pro Kilometer so niedrig wie möglich sein.» Für die Stromproduktion sollten alle zur Verfügung stehenden Energieoptionen im Blick behalten und möglichst CO2-effizient genutzt werden. «Vorschnelle Entscheidungen für oder gegen Technologien sind bei der Verbreitung der noch jungen Elektromobilität hinderlich», sagte Wissmann.
