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05. September 2008
(Update) - Angola wählt ein neues Parlament


Luanda - Unter reger Beteiligung der Bevölkerung ist am Freitag in Angola ein neues Parlament gewählt worden. Es wurde erwartet, dass die Partei des international umstrittenen Präsidenten José Eduardo dos Santos, die Volksbewegung für die Befreiung Angolas (MPLA), aus der Wahl wieder als Sieger hervorgeht. Der oppositionellen Nationalen Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas (UNITA) wurden nur geringe Chancen eingeräumt.

Wegen technischer Probleme öffneten mehrere Wahllokale in der Hauptstadt Luanda mit mehrstündiger Verspätung. Vor den Wahllokalen bildeten sich lange Warteschlangen. «Wir haben eine neue politische Ära begonnen, eine neue Art, die Politik zu nutzen, um unsere Ziele zu erreichen», sagte Präsident dos Santos bei der Stimmabgabe in Luanda.

Zuletzt stimmten die Angolaner 1992 über ein neues Parlament und den Präsidenten ab, während einer Unterbrechung im jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Streitigkeiten über das Ergebnis führten anschließend zu neuer Gewalt. Zur Wahl aufgerufen waren mehr als acht Millionen der insgesamt über 16 Millionen Bewohner des Landes. Anders als vor 16 Jahren stimmten sie nun nur über die 220 Sitze im Parlament ab, von denen derzeit 125 die MPLA innehat. Diesmal verlief die Zeit vor der Wahl relativ friedlich. Dos Santos hatte die Wahlen immer wieder unter Verweis auf logistische Probleme verschoben.

Die angolanische Elite hat ihren Reichtum vor allem den üppigen Diamantenvorkommen in dem südwestafrikanischen Land zu verdanken, das auch jüngstes Mitglied der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) ist. Doch zugleich leidet das Land unter den weltweit nach wie vor höchsten Raten von Säuglings- und Müttersterblichkeit. Dos Santos zog mit dem Versprechen in den Wahlkampf, im Kampf gegen die Armut die Landwirtschaft zu fördern, Häuser zu bauen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Dos Santos, dem Menschenrechtsorganisationen Korruption und Misswirtschaft vorwerfen, ist fast von Anbeginn der Unabhängigkeit von Portugal 1975 im Amt. Die Präsidentenwahl ist für 2009 geplant. Das Ergebnis der Parlamentswahl wird in der kommenden Woche erwartet.








 
 



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