München ist einer Studie zufolge erneut die wirtschaftlich attraktivste deutsche Großstadt. Auf den folgenden Plätzen rangieren Münster, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Düsseldorf, wie aus dem am Freitag in Berlin von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Zeitung «WirtschaftsWoche» veröffentlichten Großstadt-Ranking 2008 hervorgeht. Als beste ostdeutsche Stadt liegt Dresden auf Rang neun. Auf dem letzten Platz von 50 Großstädten rangiert weiter Berlin.
Vor allem ostdeutsche Städte konnten sich verbessern. Leipzig stieg um elf Plätze auf Rang 23. Den größten Sprung schaffte Chemnitz mit 14 Plätzen (Rang 27). Rostock machte neun Plätze gut (Rang 40). Die Aufsteiger aus den alten Bundesländern sind Mannheim (Platz sieben, plus sechs), Augsburg (Platz 17, plus sechs), Kassel (Platz 24, plus zwölf) und Kiel (Platz 33, plus sieben).
Die «Sorgenkinder» des Rankings sind vor allem Städte des Ruhrgebietes. Bis auf wenige Ausnahmen befinden sie sich im unteren Teil der Liste. Herne (Platz 44) und Oberhausen (Platz 45) verloren im Vergleich zum Vorjahr sieben beziehungsweise zwölf Plätze. Hamm verschlechterte sich um elf Plätze (Platz 41).
Berlin blieb auf dem letzten Platz. In keiner anderen deutschen Großstadt sei vor allem die Arbeitsmarktlage so schlecht, hieß es zur Begründung.
Schere schließt sich
Das Ranking fördert laut INSM weitere Trends zutage. Die Schere zwischen den führenden zehn Städten und den strukturschwachen Städten (Platz 41-50) schließt sich demnach. Bei der Wirtschaftskraft hätten die Städte auf den letzten zehn Plätzen 5,6 Prozent ihres Rückstands auf die Top Ten aufholen können, heißt es in der Studie. Der Abstand bei den Arbeitseinkommen sei nahezu unverändert.
Zudem werde die Bedeutung eines hohen Bildungsniveaus für die Standortqualität einer Stadt belegt, hieß es weiter. So wiesen die ersten zehn Städte bei allen Bildungsindikatoren deutlich bessere Werte auf als die Städte auf den letzten zehn Plätzen.
Über 100 Indikatoren
INSM und «WirtschaftsWoche» untersuchten zum fünften Mal die nach Einwohnern 50 größten Städte Deutschlands nach 104 ökonomischen und strukturellen Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Arbeitseinkommen und Investitionen. Im Vordergrund steht, wo es die besten Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Beschäftigung gibt, wo der Arbeitsplatz am attraktivsten ist und wo für die Bürger die besten sozioökonomischen Lebensbedingungen herrschen.
Das Gesamtranking besteht je zur Hälfte aus dem sogenannten Niveau- und dem Dynamikranking. Ins Niveauranking fließen absolute Werte zumeist aus dem Jahr 2007 ein, darunter Indikatoren wie Kaufkraft, Arbeitsplatzversorgung oder Wirtschaftsfreundlichkeit, aber auch Zahl der Hochqualifizierten und Schulden je Einwohner.
In das Dynamikranking gehen die Veränderungen dieser Indikatoren, überwiegend von 2002 bis 2007, ein. Während im Niveauranking München vorn liegt, gewann Dresden vor Leipzig und Saarbrücken das Dynamikranking.
