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05. September 2008

Autopreise in den USA drastisch gefallen



New York - Die Autopreise in den USA fallen einer Studie zufolge derzeit so drastisch wie nie. Ein Neuwagen kostete im zweiten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 25.632 Dollar und damit 2,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie Experten der US-Großbank JPMorgan am Donnerstag berichteten. Dies sei der stärkste Einbruch in der 41-jährigen Geschichte der Analyse der Bank. Die Hauptursache für den Preisverfall liegt demnach darin, dass die Amerikaner aufgrund der hohen Spritpreise zur Zeit lieber kleine und billige Autos kaufen.

Zum einen habe sich die Nachfrage der Kunden nach den bislang beliebten Trucks, wie Pickups, Minivans und Geländewagen, hin zu günstigeren Autos verschoben. Diese truckähnlichen Fahrzeuge, die den Unternehmen hohe Margen bringen, machten im zweiten Quartal dieses Jahres erstmals seit 2001 weniger als die Hälfte der Neukäufe aus, wie Autoanalyst Himanshu Patel und Wirtschaftsexperte Marc Levinson in ihrer Studie erklärten. Zum anderen bevorzugten die Kunden sowohl in der Kategorie der Pkw als auch bei den kleineren Trucks billige und benzinsparende Modelle.

Somit liegt der Durchschnittspreis eines Neuwagens der Studie zufolge derzeit bei weniger als 40 Prozent des mittleren Jahreseinkommens eines Haushalts. Von 1991 bis 2007 war es noch mehr als die Hälfte. «Fahrzeuge sind für den Durchschnittsbürger viel bezahlbarer geworden», lautet das Fazit der Experten.

Experten rechnen mit mehr Verkäufen ab Mitte 2009

Die Autoindustrie trifft der Preisrutsch in einer Zeit, in der sie bereits mit steigenden Verlusten und sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen hat. Erst am Vortag hatten die amerikanischen Fahrzeugbauer dramatische Absatzeinbußen gemeldet: Insgesamt schrumpfte der US-Automarkt im August um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die schwersten Einbußen unter den großen Autobauern musste Chrysler hinnehmen, mit einem Minus von 34 Prozent. Die Verkäufe von Ford gingen um 26,5 Prozent zurück, General Motors setzte 20,3 Prozent weniger ab als im August des Vorjahres.

Bei Ford war das Geschäft mit Trucks besonders hart betroffen, hier gab es einen Rückgang um mehr als 32 Prozent. Toyota musste bei den großen Trucks ein Minus von 17,6 Prozent hinnehmen. Dagegen legte der Verkauf des Kleinwagens Yaris um mehr als 20 Prozent zu.

Die Experten von JPMorgan gehen davon aus, dass der Automarkt in nächster Zeit schwach bleiben wird. Mittelfristig werde der Preisverfall aber dazu führen, dass sich die Menschen wieder leichter Autos leisten können. Das könnte zu einer Erholung der Verkaufszahlen in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres führen. «Wenn sich der Arbeitsmarkt im zweiten Halbjahr 2009 zu erholen beginnt, werden potenzielle Autokäufer feststellen, dass die Neuwagenpreise ungewöhnlich attraktiv sind», schätzen die Analysten.






 

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