Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker ist für seine Verdienste um Europa und die Gemeinschaftswährung Euro von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Franz-Josef-Strauß-Preis ausgezeichnet worden. Juncker forderte die Europäer bei der Preisverleihung am Freitag in München zu mehr Selbstbewusstsein auf.
Die EU habe aus Europa einen «Friedenskontinent» mit Wohlstand für viele gemacht: «Wir sollten auf Europa stolz sein!» sagte der Luxemburger Regierungschef. Den Aufstieg von China oder Indien zu neuen Wirtschaftsmächten sollten die Europäer auch nicht beklagen. «Wir sollten froh sein, dass die Welt ein bisschen gerechter geworden ist», sagte Juncker.
Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber würdigte Juncker als «einen großen Mann unserer Zeit». Als leidenschaftlicher Europäer habe er manchen EU-Gipfel vor dem Scheitern gerettet. Juncker und dem früheren Bundesfinanzminister Theo Waigel sei zu verdanken, «dass wir heute mit dem Euro eine stabile, harte Währung haben», sagte Huber. Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber sagte in seiner Laudatio, beim Euro gehöre er selbst «zur Kategorie der Spätberufenen». Juncker sei ein verlässlicher Freund Deutschlands und «die Persönlichkeit, die die europäische Integration nach Helmut Kohl wohl am entscheidensten geprägt hat».
Huber forderte, die EU müsse ihre gemeinsamen Werte «von Menschenrechten, Freiheit und Demokratie laut und offensiv in der Welt vertreten». Das gelte gegenüber «neu aufstrebenden Ländern wie China und Indien, aber auch gegenüber alten Mächten wie Russland». Im Kaukasus-Konflikt gehe es auch darum, welche Rolle die EU in der Welt künftig spiele und wie Konflikte gelöst würden. Stoiber rief dazu auf, Europa wirtschaftlich stark zu halten. Sonst verlören auch seine von Christentum, Humanismus und Aufklärung geprägten Werte an Strahlkraft.
Mit dem Franz-Josef-Strauß-Preis würdigt die Stiftung seit 1996 hervorragende Leistungen in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Frühere Preisträger sind Henry Kissinger, José Maria Aznar, George Bush Senior, Viktor Orbán, Roman Herzog und Helmut Kohl.
