Die Eisschicht auf dem Nordpolarmeer wird zum Ende dieses Sommers laut Prognosen auf eine der geringsten jemals gemessenen Ausdehnungen schrumpfen. Die Eisbedeckung des Meeres werde «mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit» unter der des Jahres 2005 liegen, dem Jahr mit dem zweitgeringsten je gemessenen Wert, erklärte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung am Freitag in Bremerhaven. Die Werte des Extremjahres 2007 werden aber wahrscheinlich nicht erreicht, teilten die Forscher mit.
Mit ihrer Prognosen beteiligen sich die Wissenschaftler an einem internationalen wissenschaftlichen Wettstreit, in dem Klimaforschungsinstitute mit unterschiedlichen Methoden und Modellen die Möglichkeiten für saisonale Vorhersagen der arktischen Meereisbedeckung ausloten wollen, wie das Institut mitteilte.
Für die langfristige Entwicklung des Meereises weisen die Szenarien den Angaben zufolge deutlich auf geringere Eisbedeckung hin. Exakte Vorhersagen für den jeweils nächsten Spätsommer seien derzeit aber noch nicht möglich. Die Entwicklung des Meereises sei stark von den tatsächlichen atmosphärischen Verhältnissen abhängig. Daher benutzten die Forscher in Bremerhaven Daten der vergangenen 20 Jahre und speisten sie in ein spezielles Ozean-Meereis-Modell ein. Heraus kämen aber immer Vorhersagen über Wahrscheinlichkeit, nicht exakte Prognosen.
