Der Prozess in der Türkei gegen Marco W. aus Uelzen ist vom Gericht in Antalya erneut vertagt worden. Nach Angaben seiner Anwälte soll das Verfahren gegen den 18-Jährigen wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs am 26. November fortgesetzt werden. Das Gericht habe nur festgestellt, dass erforderliche Gutachten weiter nicht vorlägen und den Prozess dann vertagt, sagte Rechtsanwalt Matthias Waldraff am Freitag in Hannover. Marco und seine Eltern waren nicht nach Antalya gereist.
Nach Angaben des Anwalt besteht Hoffnung, dass der Fall Ende November zum Abschluss kommt. Der Richter habe den Gerichtsmedizinern in Istanbul, der zusammenfassendes Gutachten noch ausstehe, bewusst mehr Zeit gegeben.
Die Belastung für den 18-Jährigen durch das schwebende Verfahren müsse ein Ende habe, sagte Waldraff weiter. Ein Erscheinen von Marco habe das Gericht auch für den Termin im November nicht angeordnet. Der 18-Jährige werde dann auch nicht nach Antalya reisen.
Marco W. soll in der Türkei im vergangenen Jahr die damals 13-jährige Britin Charlotte in einem Hotelzimmer sexuell missbraucht haben. Er wurde im Dezember nach langem juristischen Ringen aus der Untersuchungshaft freigelassen und kehrte nach Deutschland zurück. Das Gericht in Antalya verhandelte bereits im April einen Tag lang in Abwesenheit des Angeklagten.
