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05. Juli 2008
(Update) - Neuer Spritpreisschock für Autofahrer


Bangkok - Die Autofahrer in Deutschland müssen einen neuen Spritpreisschock hinnehmen. Der Preis für Superbenzin kletterte am Freitag auf ein neues Allzeithoch von 1,60 Euro pro Liter im Bundesdurchschnitt. Ein Liter Diesel kostete nach Angaben aus der Mineralölwirtschaft 1,56 Euro, ebenfalls ein Rekord. Dagegen sank der Rohölpreis wieder unter 145 Euro.

Superbenzin hatte seinen letzten Höchststand am 25. Juni mit 1,562 Euro pro Liter erreicht, war seitdem aber im Preis wieder gesunken. Der letzte Spitzenwert für Diesel liegt noch länger zurück: Ende Mai hatte der Literpreis bei 1,53 Euro gelegen.

Ein Barrel Rohöl notierte unterdessen gegen Mittag an der New Yorker Handelsbörse bei 144,44 Dollar. Grund war ein Rückgang des Euros gegenüber dem Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank am Vortag angedeutet hatte, dass zunächst keine weitere Zinserhöhung im Euro-Raum anstehe. Gibt der Dollar gegenüber dem Euro nach, steigen in der Regel die Rohölpreise.

Am Donnerstag war der Rohölpreis auf den Rekordwert von 145,85 pro Barrel hochgeschossen. Der saudiarabische Ölminister Ali Naimi hatte erklärt, sein Land plane im Moment keine Ausweitung der Förderung. Naimi sagte beim Welt-Erdöl-Kongress in Madrid, es gebe derzeit keine Nachfrage nach mehr Öl. Sollte sich das ändern, wäre sein Land aber bereit, die Produktion zu erhöhen.

Energieexpertin kritisiert spätes Handeln

Unterdessen warf die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, der Politik vor, zu spät auf steigende Energiepreise reagiert zu haben. «Leider sind wir spät dran ­ aber besser spät als nie. Hätten wir vor einem Jahrzehnt angefangen, Lösungen zu erarbeiten, hätten wir heute diese Probleme nicht», wird Kemfert in der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse» zitiert. Sie forderte den effizienteren Umgang mit Energie.

Es müsse stärker auf alternative Energien gesetzt und dafür gesorgt werden, dass die Verbraucher diese auch nutzen könnten, sagte Kemfert, die zu der Expertengruppe gehört, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die Entwicklung der Energiepreise untersuchen soll. Mit kurzfristigen Steuersenkungen oder der Einführung von Sozialtarifen würde der Verbraucher langfristig nicht entlastet werden. «Wir brauchen langfristige Lösungen, wie wir umsteuern und eine Energiewende erreichen können», erklärte sie.






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