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05. Juli 2008
Care warnt vor Hungerkatastrophe am Horn von Afrika


Bonn - Am Horn von Afrika bahnt sich nach Einschätzung der Hilfsorganisation Care eine Hungerkatastrophe an. Die anhaltende Dürre, schwelende Konfliktherde und die rapide steigenden Lebensmittelpreise könnten in den nächsten Monaten zu einer Katastrophe führen, sagte CARE-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Jamann am Freitag in Bonn. Die Welthungerhilfe begrüßte im Vorfeld des am Montag beginnenden G-8-Gipfels die Ankündigung der Teilnehmerstaaten, der ländlichen Entwicklung in Afrika künftig einen höheren Stellenwert einräumen zu wollen.

Nach Angaben von Care sind derzeit über 14 Millionen Menschen in den Gebieten Nordostafrikas auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Preise für importierten Reis stiegen der Hilfsorganisation zufolge allein in Somalia innerhalb von 18 Monaten um 350 Prozent. Rund 75.000 Kinder in den von der Dürre betroffenen Gebieten seien unterernährt, sagte Jamann. In Kenia treibe vor allem die Inflationsrate von über 26 Prozent die Bevölkerung in die Armut. Care appellierte an Regierungen und Spender, jetzt zu helfen. «Dann könnte es gelingen, Menschenleben zu retten,» sagte Jamann.

«Landwirte können Bevölkerung nicht ernähren»

Die Welthungerhilfe erklärte, über Jahrzehnte hinweg sei die Förderung der ländlichen Infrastruktur sträflich vernachlässigt worden. Dies räche sich nun mit Blick auf die weltweit explodierten Nahrungsmittelpreise. «Im Schnitt leben rund 80 Prozent der Armen und Ärmsten Afrikas auf dem Land. Wenn diese Landwirte nicht ausreichend unterstützt werden, können sie ihre Bevölkerung nicht ernähren», sagte Generalsekretär Hans-Joachim Preuß.

Der ländlichen Entwicklung Afrikas mehr Stellenwert einzuräumen, «wäre ein wichtiger Schritt für Afrikas benachteiligte Bauern falls die führenden Industrienationen ihre Pläne nun auch zügig umsetzen», sagte Preuß.

Die Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrieländer kommen am Montag auf der japanischen Insel Hokkaido zu ihrer jährlichen Konferenz zusammen. Klimaschutz, Afrika-Hilfe und die Lebensmittelpreise werden zu den Schwerpunkten der dreitägigen Beratungen zählen. Die G-8 Staaten werden Beobachtern zufolge wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise ein Hilfspaket ankündigen und zu mehr Investitionen im Agrarsektor aufrufen.






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