Die Europäische Union hält ungeachtet aller Kritik an ihrem Ziel fest, den Biosprit-Anteil am Kraftstoff bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern. Ohne derartige Vorgaben gebe es keinen Fortschritt in Sachen Klimaschutz, sagte EU-Kommissionssprecher Michael Mann am Freitag in Brüssel. Kritiker warnen, der Anbau von Energiepflanzen gehe zulasten der Lebensmittelproduktion. Dies trage zum weltweiten Anstieg der Preise für Agrarrohstoffe bei.
Es gebe gute Anhaltspunkte dafür, dass die Biosprit-Produktion die Lebensmittelpreise in Europa nicht maßgeblich nach oben treibe, sagte Mann. In der EU würden keine Nahrungsmittelpflanzen - wie Raps, Mais oder Zuckerrüben - für die Herstellung von Biosprit verwendet, sondern Holzschnitzel, Stroh oder andere organische Abfälle.
Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, John Holmes, hatte am Donnerstag an die EU appelliert, die geplante Steigerung des Biosprit-Verbrauchs zu überdenken. Auch der Generaldirektor des Washingtoner Instituts für Ernährungspolitik, Joachim von Braun, sieht Korrekturbedarf. Die rasche Expansion des Biospritmarktes habe allein in den vergangenen sechs Jahren einen Anteil von 30 Prozent an der Explosion der Nahrungsmittelpreise gehabt, sagte er.
