Die SPD-Bundesspitze befürchtet einen neuen Anlauf der hessischen Sozialdemokraten für eine rot-rote Zusammenarbeit. Wie die «Süddeutsche Zeitung» am Freitag unter Berufung auf die Bundesführung berichtete, wollen sich Parteichef Kurt Beck, seine drei Stellvertreter und Generalsekretär Hubertus Heil in den nächsten Wochen mit Landeschefin Andrea Ypsilanti treffen. Ziel sei es, Ypsilanti davon abzuhalten, bald einen neuen Versuch für eine Zusammenarbeit mit den Linken zu starten und sich mit deren Stimmen zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen.
Die SPD in Hessen wollte den Bericht nicht kommentieren und sich weder zur Frage äußern, ob über eine Wahl mit den Stimmen der Linkspartei nachgedacht werde, noch dazu, ob ein Termin mit der Bundes-SPD zu dem Thema anstehe. Ypsilanti befinde sich im Urlaub und kehre Ende Juli zurück, sagte der Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Gert-Uwe Mende, auf Anfrage. Die Bundes-SPD war zunächst nicht zu einer Stellungnahme in der Lage.
Massives Glaubwürdigkeitsproblem befürchtet
Die Zeitung zitierte die Führungsspitze in Berlin mit den Worten, ein Datum für das Spitzengespräch stehe noch nicht fest, denkbar sei ein Termin im August. Weiter hieß es, ein neuerlicher Versuch Ypsilantis würde auf jeden Fall der Bundespartei schaden. Sollte die Wahl scheitern, sei es ein Debakel. Sollte Ypsilanti Erfolg haben und den geschäftsführenden Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) ablösen, hätte die gesamte Partei auf dem Weg zur Bundestagswahl 2009 ein massives Glaubwürdigkeitsproblem, weil Beck eine Kooperation mit den Linken ausgeschlossen hat.
Für den 13. September hat die Hessen-SPD einen Landesparteitag angesetzt, auf dem die Frage einer Kooperation mit der Linkspartei aus Sicht von SPD-Bundespolitikern nicht vermieden werden kann. In der Bundes-SPD gibt laut «SZ» aus den Führungskreisen den Wunsch, dass dieser Parteitag verschoben wird. Zur Begründung hieß es, dass man Rücksicht auf die bayerische Landtagswahl am 28. September nehmen müsse.
