Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet Kontinuität in den deutsch-amerikanischen Beziehungen unabhängig vom Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA. «Ich habe immer gesagt, dass ich mich mit jedem neuen US-Präsidenten, der vom amerikanischen Volk gewählt ist, wieder um ein gutes transatlantisches Verhältnis bemühen werde», sagte sie in einem AP-Interview. Diese Aussage gelte für jede denkbare Person.
Entgegen der Einschätzung vieler Beobachter glaubt die Kanzlerin nicht, dass es künftig etwa bei der US-Forderung nach einer stärkeren Beteiligung an Militärmissionen schwerer fallen wird, Nein zu sagen. Sie verwies darauf, dass die Bundesregierung gerade das Mandat für den Afghanistan-Einsatz von 3.500 auf 4.500 Soldaten vorbehaltlich einer Zustimmung des Bundestags erweitert hat. Sie unterstrich, «dass Deutschland hier einen wichtigen Beitrag leistet».
Es werde auch künftig europäische Missionen geben, wie zuletzt den Einsatz im Kongo oder die Rechtsstaatsmission im Kosovo, sagte die Kanzlerin. Es werde auch UN-Einsätze geben, zum Beispiel UNIFIL im Libanon, an denen Amerikaner und Briten gar nicht beteiligt sind, aber bei denen Deutschland Verantwortung trägt. «Wir haben in den letzten Jahren in den unterschiedlichsten Missionen deutlich mehr internationale Verantwortung übernommen», betonte Merkel.
