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05. Juli 2008
Merkel würdigt deutsch-amerikanische Freundschaft


Berlin - Zur Eröffnung der neuen US-Botschaft am Brandenburger Tor hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Stellenwert der deutsch-amerikanischen Beziehungen hervorgehoben. «2008 ist ein besonderes Jahr für die deutsch-amerikanische Freundschaft», erklärte sie am Freitag. Merkel wollte zusammen mit dem ehemaligen US-Präsidenten George Bush am amerikanischen Unabhängigkeitstag den Neubau am Pariser Platz einweihen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, die neue Botschaft lenke den Blick auf die lebendige Beziehung beider Länder. «So wie das neue Gebäude am Pariser Platz schon bald aus dem Berliner Stadtbild nicht mehr wegzudenken sein wird, so selbstverständlich ist es, dass wir, Deutsche und Amerikaner, unsere Verantwortung für die großen Zukunftsaufgaben beim Klimawandel, beim Kampf gegen Hunger und Armut oder bei unserem Bemühen um Abrüstung nur gemeinsam gerecht werden können», fügte er hinzu.

Merkel erinnerte auch an die Luftbrücke vor 60 Jahren. Elf Monate lang hatten Hilfsflugzeuge der Siegermächte die Bevölkerung in den drei von der Sowjetunion abgeriegelten Westsektoren Berlins aus der Luft versorgt. «Ohne die Unterstützung der USA durch den Marshall-Plan, ohne die Luftbrücke der westlichen Alliierten und ihre Bereitschaft, die Freiheit West-Deutschlands und West-Berlins zu verteidigen, wäre die deutsche Geschichte anders verlaufen», sagte die Kanzlerin.

Ex-Botschafter Kornblum mit Bau zufrieden

Ursprünglich hatte die neue US-Botschaft schon 1999 fertig sein sollen. Die Planungsphase wurde allerdings von einem langwierigen Streit zwischen den USA und dem Berliner Senat über Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Er mündete erst 2002 in einen Kompromiss, der sowohl die Sicherheitsbedürfnisse der USA als auch die gestalterischen Anforderungen des Pariser Platzes berücksichtigte. Der Neubau wurde auf dem Grundstück errichtet, auf dem die US-Botschaft bereits vor dem Zweiten Weltkrieg stand. Während des Kalten Kriegs lag das Areal im Niemandsland am Berliner Mauerstreifen.

Der ehemalige US-Botschafter John Kornblum, der während seiner Berliner Amtszeit an dem Konzept beteiligt war, zeigte sich zufrieden mit dem Bau. Die Botschaft passe zu den anderen Gebäuden am Brandenburger Tor, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Man habe auch Rücksicht auf die Wünsche des Berliner Senats genommen. «Diese Botschaft vertritt die Prinzipien, die an diesem nationalen Feiertag gefeiert werden - Freiheit, Offenheit und Demokratie.» Vor 68 Jahren war die Botschaft auf demselben Grundstück geschlossen worden, nachdem Hitler den USA den Krieg erklärt hatte.

Bush senior mit Kissinger Preis ausgezeichnet

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit nannte den Einfluss der Vereinigten Staaten auf die Entwicklung von Demokratie und den Lebensstil in der Hauptstadt entscheidend. «Amerika hat einen entscheidenden Anteil an dieser Erfolgsgeschichte», schrieb Wowereit in einem Gastbeitrag für die «Berliner Zeitung».

Am Vorabend der Botschaftseröffnung war Bush senior wegen seiner Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung mit dem Henry A. Kissinger Preis der American Academy ausgezeichnet worden. Der Vater des jetzigen US-Präsidenten George W. Bush sagte, er sei immer überzeugt gewesen, dass Deutschland sein eigenes Schicksal in die Hände nehmen sollte. Das Land habe seinen Platz in der Welt verdient und sollte nicht auf ewig an seiner Vergangenheit gemessen werden.

Die Einweihung sollte am Abend mit einem Feuerwerk zu Ende gehen. Für die Bevölkerung ist am (morgigen) Samstag ein Amerikafest am Brandenburger Tor geplant.






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