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05. Juli 2008
Schwach - Erholungsversuche verpuffen


Frankfurt - Nach vergeblichen Erholungsversuchen hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag schwach geschlossen. Der DAX verlor 1,3% oder 82 auf 6.272 Punkte, nachdem er im frühen Handel noch auf 6.375 Punkte gestiegen war. Das Tagestief lag bei 6.255 Punkten. Umgesetzt wurden an DAX-Titeln auf Xetra rund 98,8(Vortag: 202,8) Mio Aktien im Wert von rund 2,81 (Vortag: 7,08) Mrd EUR. Händler sprachen von einem ruhigen, umsatzarmen Geschäft. Viele Marktteilnehmer seien am Berichtstag aufgrund des "Unabhängigkeitstages" in den USA und der dort geschlossenen Finanzmärkte nicht aktiv gewesen.

Im späten Handel hatten sich die Verluste noch ausgeweitet. "Nachdem sich eine Erholung nicht durchsetzen konnte, müssen wir wohl mit einem erneuten Test des Jahrestiefs bei 6.168 Punkten rechnen", meinte ein Händler. Man erwarte im Handel zwar bald eine stärkere Gegenbewegung, aber das bisherige Fehlen eines Ausverkaufs sorge für Zurückhaltung bei potenziellen Schnäppchenjägern. Zur Vorsicht gemahne auch, dass bisherige Erholungsansätze rasch verpufft seien und der Ölpreis weiterhin auf Rekordkurs sei. Zudem seien die Auftragseingänge der deutschen Industrie im Mai deutlich unter den Prognosen ausgefallen.

Belastend für den Gesamtmarkt erwies sich in erster Linie die Entwicklung des Bankensektors: Hatte er zunächst noch von positiven Aussagen zur Geschäftsentwicklung bei der UBS profitieren können, ging er schließlich mit deutlichen Verlusten aus dem Rennen. Teilnehmer verwiesen auf ein Studie von Goldman Sachs (GS). Die Investmentbank hat die Kursziele von insgesamt 50 europäischen Banken gesenkt und geht davon aus, dass der Sektor noch einen Kapitalbedarf von 60 Mrd bis 90 Mrd EUR hat, wenn die Kreditverluste so steigen wie im Abschwung Anfang der 90er Jahre.

Deutsche Bank büßten 2,8% auf 54,23 EUR ein, Commerzbank 4,3% auf 18,74 EUR, Postbank 4,8% auf 52,55 EUR. Bei letzterer rechnen Unternehmenskreise damit, dass sich ein Verkauf länger als bisher erwartet hinziehen könnte. Deutsche Börse setzten ihre Talfahrt mit einem Abschlag von 3,5% auf 69,34 EUR fort. Marktteilnehmer sprachen von charttechnischen Gründen.

Bei Continental, die um 5,1% auf 59,59 EUR sanken und damit Tagesverlierer im DAX waren, verwiesen Händler auf schwachen Zahlen des italienischen Automobilzulieferers Brembo. Daimler fielen um 0,5% zu auf 38,40 EUR. Die Absatzzahlen der Mercedes-Gruppe im Juni waren leicht rückläufig, allerdings begrenzte die überverkaufte technische Situation der Aktie die Verluste.

RWE litten unter Meldungen, wonach es Schwierigkeiten mit Investitionen in Russland gibt. RWE verloren 1,6% auf 79,71 EUR. Tagesgewinner waren Infineon mit einem Plus von knapp 2% auf 4,71 EUR. Händler verwiesen auf die starken Verluste der Aktie in den vergangenen Wochen. "Das ist nur die übliche Gegenbewegung", sagte ein Marktteilnehmer. Immerhin habe die Aktie rund 30% allein in den letzten Wochen verloren und sei nahezu auf Allzeittief gefallen.

Mit einem Plus von 0,5% auf 14,33 EUR hielten sich auch TUI recht gut. Die erneuten Forderungen von TUI-Großaktionär John Fredriksen über einen Rücktritt von CEO Frenzel trieben die Aktie. In der zweiten Reihe erholten sich K+S um 4,1% auf 326,50 EUR und stützten damit als Index-Schwergewicht den MDAX. Auch bei Pfleiderer kam es zu einer Gegenbewegung. EADS setzten dagegen wegen der schlechten Lage im Luftfahrtsektor ihre Abwärtsbewgung fort und gaben um 5,4% auf 11,45 EUR nach. Im TecDAX profitierten Centrotherm von einer Kaufempfehlung und gewannen 4,4% auf 52,29 EUR.

 






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