Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Eröffnung der US-Botschaft neben dem Brandenburger Tor in Berlin als «historischen Augenblick» bezeichnet. Sie erinnerte am Freitag bei der Eröffnungsfeier auf dem Pariser Platz vor dem Botschaftsgebäude daran, dass sich die Vereinigten Staaten maßgeblich für die Öffnung des Brandenburger Tores eingesetzt hätten. Sie verwies auf die Rede von US-Präsident Ronald Reagan, in der dieser den damaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow aufforderte: «Öffnen Sie dieses Tor!»
Merkel rief dazu auf, die transatlantische Partnerschaft zu pflegen. Sie bedeute, dass Amerika und Europa gemeinsam für Unabhängigkeit und Freiheit eintreten.
Der ehemalige US-Präsident George Bush nahm als Ehrengast an der Feier teil. «Eines der letzten historischen Puzzlestücke kommt jetzt an seinen Platz zurück», sagte er. «Das ist die Verwirklichung ... eines großartigen Traums.»
An der Eröffnungszeremonie nahmen mehrere tausend Gäste teil. Feierlicher Schlusspunkt der Einweihung am Abend sollte ein Feuerwerk sein. Für die Bevölkerung ist am (morgigen) Samstag ein Amerikafest am Brandenburger Tor geplant.
Ursprünglich hatte die neue US-Botschaft schon 1999 fertig sein sollen. Die Planungsphase wurde allerdings von einem langwierigen Streit zwischen den USA und dem Berliner Senat über Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Er mündete erst 2002 in einen Kompromiss, der sowohl die Sicherheitsbedürfnisse der USA als auch die gestalterischen Anforderungen des Pariser Platzes berücksichtigte. Der Neubau wurde auf dem Grundstück errichtet, auf dem die US-Botschaft bereits vor dem Zweiten Weltkrieg stand. Während des Kalten Kriegs lag das Areal im Niemandsland am Berliner Mauerstreifen.
