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05. Juli 2008
Lebensmittelskandal in Italien


Rom - Italien hat einen neuen Lebensmittelskandal: Vergammelter und verunreinigter Käse wurde offenbar wiederaufbereitet und in mehreren europäischen Ländern verkauft, darunter auch Deutschland. Das italienische Gesundheitsministerium informierte die EU über den Vorgang. Die Polizei in norditalienischen Stadt Cremona erklärte am Freitag, mit Plastikstücken oder Mäuseexkrementen verunreinigter Käse sei weiterverarbeitet worden und möglicherweise europaweit in den Handel gelangt.

Käsehersteller bezahlten demnach Unternehmen, um den verunreinigten Käse zu entsorgen. Diese verarbeiteten den Käse jedoch und verkauften ihn unter anderem in Italien, Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien. Bereits im März 2007 wurden drei Männer wegen Betrugs festgenommen.

Eine der Firmen, die vergammelten Käse wiederaufbereitet haben sollen, liegt im bayerischen Woringen. Nachdem eine italienische Zeitung am Freitag über den Skandal berichtet hatte, ordnete das Gesundheitsministerium in München eine vorsorgliche Kontrolle des Betriebs im Allgäu an. Das Ministerium beklagte die lückenhaften Informationen der italienischen Behörden.

Mit fünf Mitarbeitern Schmelzkäse produziert

Der Geschäftsführer der Allgäuland-Käserei, Manfred Herrmann, sagte der Nachrichtenagentur AP, sein Unternehmen vermiete ein stillgelegtes Produktionsgebäude in Woringen seit vier Jahren an einen italienischen Unternehmer. Der Betrieb International Cheese GmbH stelle dort mit lediglich vier oder fünf Mitarbeitern Schmelzkäse her. Schmelzkäse werde aus Naturkäse, Gewürzen und Schmelzsalz hergestellt.

Auf nicht einmal 200 Quadratmetern Produktionsfläche könnten nach seiner Schätzung rund 500 Tonnen Käse im Jahr produziert werden. Der Betrieb sei aber laufend kontrolliert worden. «Der ist so klein, da kann man eigentlich nichts verstecken», sagte Herrmann. Allgäuland habe mit dem Betrieb des Italieners keinerlei Geschäftsbeziehungen, betonte Herrmann. «Wir bekommen nur die Miete.»

Im März waren in Süditalien in der Region Neapel Molkereien und Agrarunternehmen ins Visier der Ermittler geraten, nachdem in der Büffelmilch, mit der Mozzarella hergestellt wird, Dioxin gefunden worden war. Im April wurde auch bekannt, dass Millionen Liter Wein, der im Handel angeboten wurde, mit krebserregenden Stoffen verunreinigt waren.






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