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05. Juli 2008
(Update) - Offenbar 13 Tote bei Kanu-Unfall in Slowenien


Ljubljana - Ein Kanu-Unfall auf der Save in Slowenien hat wahrscheinlich 13 Menschen das Leben gekostet. Zwei Boote waren am Donnerstagabend an einem noch im Bau befindlichen Wasserkraftwerk bei Sevnica, rund 90 Kilometer südöstlich von Ljubljana, gekentert und auseinandergebrochen. Fast alle Insassen wurden von einem Strudel in die Tiefe gezogen und ertranken.

Bis Freitagabend konnten zunächst nur sieben Leichen geborgen werden, fünf Menschen galten als vermisst. Zwei der Kanu-Insassen konnten sich nach dem Unfall an Land retten, allerdings verstarb einer davon im Krankenhaus.

Der von den örtlichen Behörden organisierte Kanu-Ausflug, an dem insgesamt vier Boote teilnahmen, fand makabererweise unter dem Motto «Letzte Abfahrt» statt. Danach sollte der betreffende Abschnitt der Save wegen des Kraftwerks gesperrt werden. Zwei der vier Boote stoppten vor dem Damm, die anderen beiden setzten die Fahrt fort, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Der slowenische Fernsehjournalist Goran Rovan, der Augenzeuge des Unglücks wurde, sagte der Nachrichtenagentur STA, die Insassen der Kanus seien in den Fluss gefallen und von den Stromschnellen unter Wasser gezogen worden, in Richtung der Turbinen. Das Fernsehen zeigte Amateuraufnahmen, auf denen zu sehen war, wie sich die Boote dem Damm nähern, dann folgten Schreie.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich wegen der starken Strömung äußerst schwierig. Am Freitag waren mehr als 15 Polizeitaucher sowie Mitarbeiter des Katastrophenschutzes und der Feuerwehr im Einsatz. Ministerpräsident Janez Janza besuchte am Morgen die Unglückstelle. Er sprach von einer großen Tragödie.

Unter den Opfern ist der Parlamentsabgeordnete Kristijan Janc, der zugleich Bürgermeister von Sevnica war. Seine Frau soll den Unfall laut Medienberichten als einzige überlebt haben.

Wirtschaftsminister Andrej Vizjak wies kritische Nachfragen zurück, ob der Damm hätte besser gesichert oder gesperrt werden sollen. Die Insassen der Kanus hätten klare Instruktionen gehabt, sagte er. Einige hätten sich nicht daran gehalten. Das Unglück sei Folge einer «falschen menschlichen Entscheidung».



1 Kommentar zu diesem Beitrag:

Gefahren scheinbar weitgehened unbekannt



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