Montag, der 5. Februar 2007
Kroatische Ölfirma soll an erhöhter Krebsrate schuld sein
Zagreb - Wegen erhöhter Krebsraten geht eine kroatische Stadt juristisch gegen eine ansässige Ölfirma vor. Die Stadtverwaltung von Sisak im Landesinneren fordert von der Ölraffinerie INA Schadenersatz in Höhe von 1,5 Millionen Euro und eine Verbesserung der Umweltschutzmaßnahmen, wie Vize-Bürgermeister Veljko Novak am Montag im staatlichen Fernsehen sagte.
INA müsse sein Werk europäischen und weltweiten Standards anpassen. "Wir glauben, dass die Bewohner dieser Stadt es verdienen, so saubere Luft einzuatmen wie andere kroatische Bürger", sagte Novak weiter. Die Bewohner der Stadt sind der Ansicht, dass der Ausstoß von Schwefelwasserstoff und Benzol durch INA die Krebsrate in der Stadt erhöht habe.
Die Klage wurde beim Bezirksgericht von Sisak eingereicht, das rund 60 Kiometer südöstlich von Zagreb liegt. Nach Angaben der Behörden sollen mögliche Entschädigungszahlungen an das Krankenhaus der Stadt fließen, um bessere Einrichtungen zur Krebserkennung zu schaffen. INA-Sprecher Bojan Vinek hatte zuvor gesagt, die Verunreinigung in Sisak sei eine "Frage der Interpretation". (dg)