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04. Dezember 2008
Trichet begründet Zinssenkung mit nachlassender Inflation


Frankfurt - Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat die größte Leitzinssenkung in ihrer zehnjährigen Geschichte mit der sinkenden Inflation begründet. Ursache dafür seien die rückläufige Rohstoffpreise und der deutliche Rückgang der Wirtschaftsaktivität, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der Sitzung des Zentralbankrates in Brüssel. Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft im Euro-Raum nach Einschätzung der EZB stagnieren oder sogar schrumpfen

Trichet betonte, es handele sich um den größten Zinsschritt in der Geschichte der EZB. Die Währungshüter verringerten den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent. In weniger als zwei Monaten seien der Zins sogar um 1,75 Prozent gesunken. Die Zentralbank rechne wegen des Übergreifens der Finanzmarktkrise auf die Konjunktur für längere Zeit mit einer gedämpften Nachfrage.

Die EZB erwarte für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum von 0,8 bis 1,2 Prozent. Für 2009 sagt sie einen Rückgang auf minus 1 bis 0 Prozent voraus. 2010 soll das BIP dann um 0,5 bis 1,5 Prozent wachsen. Die EZB senkte ihre Voraussagen damit deutlich.

Die Inflation im Euroraum soll den Prognosen der EZB zufolge im laufenden Jahr zwischen 3,2 Prozent und 3,4 Prozent liegen, im Jahr 2009 dann aber auf 1,1 bis 1,7 Prozent sinken. Die EZB definiert Preisstabilität als Teuerung von knapp unter 2 Prozent. Für 2010 erwartet die Zentralbank eine Inflationsrate zwischen 1,5 Prozent und 2,1 Prozent.








 
 



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