Israelische Soldaten und Polizisten haben am Donnerstag gewaltsam ein von jüdischen Siedlern besetztes Haus im Westjordanland geräumt. Die rund 600 Einsatzkräfte gingen gegen 250 Personen in der biblischen Stadt Hebron vor, die sich mit Steinen zur Wehr setzten. Die Soldaten und Polizisten setzten Blendgranaten und Tränengas ein. Nach Angaben von Sanitätern wurden auf beiden Seiten 20 Menschen verletzt.
«Das ist ein Akt der Schurkerei, Juden werfen Juden aus ihren Häusern», beschwerte sich die Siedlerführerin Daniella Weiss im israelischen Fernsehen. Staatspräsident Schimon Peres erwiderte: «Wir müssen uns über eins im Klaren sein: Wenn jemand einen Stein auf einen Soldaten wirft, ist das dasselbe, als ob man einen Stein auf den Staat Israel wirft.» Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, er habe das Heer eingesetzt, nachdem alle Versuche der friedlichen Räumung gescheitert seien.
Die Siedler waren im März 2007 in das Gebäude eingezogen. Insgesamt leben in Hebron, dem überlieferten Begräbnisort des Patriarchen Abrahams, rund 600 jüdische Siedler unter 170.000 Palästinenser.
