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04. Oktober 2008
Quadriga für Wikipedia


Berlin - Als mutiger, beharrlicher und aufrichtiger Staatsmann ist der serbische Präsident Boris Tadic am Freitagabend in Berlin mit dem «Quadriga»-Preis 2008 ausgezeichnet worden. Weitere Preisträger waren der Musiker Peter Gabriel, der Franziskanerpater Eckart Höfling und das Internet-Lexikon Wikipedia. Mit der Auszeichnung werden seit 2003 jährlich zum Tag der deutschen Einheit die Verdienste von vier Persönlichkeiten oder Institutionen gewürdigt. Die Preise sind mit je 25.000 Euro dotiert.

Tadic sagte auf dem Festakt in der Komischen Oper, die Auszeichnung sei ihm Anreiz, noch härter für die Mitgliedschaft seines Landes in der Europäischen Union zu kämpfen. Laudator war der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer. Er sagte, Tadic arbeite unermüdlich daran, die Demokratie in seinem Land zu stärken. Er sei ein Staatsmann, der in seinem Wirken auf eindrucksvolle Weise Weitblick bewiesen habe.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier ehrte den Franziskanerpater Höfling, der sich mit seinem Sozialwerk seit mehr als dreißig Jahren um Jugendliche in Rio de Janeiro kümmert. Steinmeier sagte, er habe an diesem Ort Hunderte von glücklichen Kindern gesehen, die ehrgeizig lernten und ihm bei seinem Besuch offen begegnet seien. Die leuchtenden Kinderaugen seien ihm unvergesslich. Durch Höflings bewundernswertes Engagement erführen die Kinder Respekt und Anteilnahme. Er verneige sich mit Respekt.


Preisgeld für Obdachlosenheim

Höfling sagte in einer launischen Rede, er dürfe laut Protokollvorgabe nur vier Minuten reden. Das Preisgeld habe er noch nicht bekommen. «Es ist schon ausgegeben», sagte er unter dem Beifall des Publikums. Es sei für ein Obdachlosenheim in Rio de Janeiro bestimmt.

Gabriel erhielt den «United we Care»-Preis als «Mentor der Menschenrechte». Die Laudatio hielt Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta. Das Internet-Lexikon Wikipedia, vertreten durch Gründer Jimmy Wales, wurde für die «Mission der Aufklärung» geehrt. Zu der Veranstaltung kamen unter anderen Alt-Kanzler Gerhard Schröder sowie Botschafter und Vertreter aus Wirtschaft und Showgeschäft, unter ihnen Iris Berben und Friede Springer. Die Gala wurde von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick und der Journalistin Georgia Tornow moderiert.


Vorbilder, die bewegen

Der Preis, dessen Namensgeberin das geschichtsträchtige Viergespann auf dem Brandenburger Tor ist, wird vom Verein Werkstatt Deutschland vergeben. Die Preisgelder sind für gemeinschaftsfördernde Projekte bestimmt, die die Geehrten selbst auswählen. Preisträger der Vergangenheit waren unter anderem Aga Khan, der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, Königin Silvia von Schweden sowie die ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder.

Die Veranstalter honorieren nach eigenen Angaben Vorbilder aus Deutschland und Vorbilder für Deutschland. Vorstandsmitglied Marie-Luise Weinberger erklärte: «Die Quadriga ehrt Vorbilder, die bewegen. Vorbilder, deren Engagement die Dinge zum Besseren wendet. In Deutschland. In Europa. In aller Welt.»

Vor der Verleihungszeremonie pflanzten Preisträger und Laudatoren vor den Neuen Kammern des Potsdamer Schlosses Sanssouci als Symbol des Zusammenwachsens Kirschbäume. Der vor drei Jahren eingeführte Brauch dient gleichzeitig der Rekonstruktion des vom Preußenkönig Friedrich II. angelegten Kirschgartens.








 
 



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