Der Trend zu «neuen jungen Vätern» kommt in der Bevölkerung gut an. Knapp zwei Drittel der Bundesbürger (65 Prozent) finden, dass sich Väter heute mehr um die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder kümmern als vor fünf oder zehn Jahren. Fast genauso viele (63 Prozent) finden diese Entwicklung gut oder sehr gut. Dies geht aus dem «Allensbach Familienmonitor» hervor, den Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am Donnerstag in Berlin vorstellte.
Unter den jungen Vätern selbst sehen drei Viertel einen Trend zu mehr Familien-Engagement. «Es wird immer selbstverständlicher, dass ein Vater im Beruf für einige Zeit aussetzt, um sich um seine Kinder zu kümmern», sagte von der Leyen dazu.
Dass immer mehr junge Väter auch Elternzeit nähmen, stelle die Arbeitswelt auf den Kopf, lobte die CDU-Politikerin. «Die jungen Männer, die in den vergangenen 18 Monaten Vätermonate beantragt haben, haben einen eindeutigen Trend begründet.» Dass sich Männer mehr um Erziehung und Betreuung ihrer Kinder kümmern wollten, löse ein starkes Umdenken in der Wirtschaft aus.
Arbeitgeber sollen Leben mit Kindern erleichtern
Berufstätige Mütter sind allerdings unzufrieden, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht: 64 Prozent finden, dass diese in Deutschland schlechter gelöst ist als in anderen Ländern. Nur 18 Prozent sind der Meinung, dass sich Kinder und Familie in Deutschland gut vereinbaren lassen. Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe Deutschland noch immer großen Nachholbedarf, räumte auch von der Leyen ein.
Laut Allensbach würde die Mehrheit der nicht berufstätigen Mütter gern Teilzeit arbeiten. «Nur 16 Prozent der Mütter, die zurück in den Beruf streben, möchten Vollzeit arbeiten, knapp die Hälfte wünschen sich maximal eine Halbtagsstelle», sagte Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher.
Nach den Ergebnissen des «Familienmonitors» erleichtert es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf am meisten, wenn es in einer Stadt ausreichend Kindergartenplätze und Kinderhorte gibt (wie 74 Prozent der Befragten meinen), wenn Kindergärten und Schulen verstärkt Ganztagsbetreuung anbieten (65 Prozent) und wenn Betriebe Kinderbetreuungsmöglichkeiten anbieten (61 Prozent). Von den Arbeitgebern erwarten 79 Prozent, den Beschäftigten das Leben mit Job und Kindern leichter zu machen.
Generell ist für 76 Prozent der Befragten die Familie «sehr wichtig», weit vor Freunden und Bekannten (43 Prozent), der Arbeit (41 Prozent), der Freizeit (36 Prozent) oder der Möglichkeit, sich etwas leisten zu können (29 Prozent).
