Der Schriftsteller Peter Handke verzichtet auf die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2008. Dies teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Handke habe in einem Brief geschrieben, er freue sich, dass sein Buch «Die Morawische Nacht» auf der Auswahlliste sei. «Aber ich möchte zugunsten der anderen Gelisteten, vor allem der jüngeren, zurücktreten, samt Respekt vor der ehrenwerten Jury.»
Die Akademie Deutscher Buchpreis respektiere die Bitte Handkes und komme seinem Wunsch nach, erklärte der Börsenverein. Der neue Roman des Schriftstellers war zusammen mit 19 anderen Titeln für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert worden. Davon kommen dann sechs Bücher in die engere Auswahl. Die Preisverleihung findet am 13. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt.
Der 65-jährige Handke hat im Verlauf seiner Karriere bereits zahlreiche Preise erhalten und damit oft Kontroversen ausgelöst. Das Preisgeld für den 1973 erhaltenen Georg-Büchner-Preis gab er 1999 aus Protest gegen die NATO-Angriffe auf Jugoslawien zurück. Den Anton-Wildgans-Preis lehnte er 1985 ab.
2006 sollte er den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf erhalten. Die Entscheidung löste Kritik und Empörung aus, weil Handke mehrfach öffentlich für den serbischen Diktator Slobodan Milosevic Partei ergriffen hatte. Schließlich verzichtete Handke auf die Auszeichnung.
