Verbraucherzentrale rät Prozentjägern zur Vorsicht bei Geldanlage
Düsseldorf - Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät Geldanlegern zur Vorsicht, wenn kleine, relativ unbekannte Banken mit hohen Zinsen locken. Der hohe Zins werde oft mit einem geringeren Schutz der Einlagen bezahlt, warnten die Verbraucherschützer am Donnerstag in Düsseldorf. Denn häufig seien die Geldanlagen bei diesen Instituten nur bis zu einer Höhe von 20.000 Euro ausreichend abgesichert. Dabei habe die jüngste Vergangenheit gezeigt, dass auch in Deutschland Bankenpleiten nicht ausgeschlossen seien.
Bei den bekannten deutschen Banken und Sparkassen, aber auch bei vielen ausländischen Finanzkonzernen wie Citibank, ING-DiBa oder der Santander-Direktbank sind die Kunden laut Verbraucherzentrale über Einlagensicherungsfonds abgesichert. Dieser garantiere selbst bei kleinen Banken auch die Rückzahlung von Anlagen in Millionenhöhe.
Einlagen nur bis zu 20.000 Euro abgesichert
Seit einiger Zeit drängten jedoch vermehrt kleinere ausländische Banken auf den deutschen Markt, um mit oft hochverzinsten Tagesgeld- und Sparangeboten Anleger zu gewinnen. Weil die Gründung einer Akteingesellschaft oder GmbH nach deutschem Recht teuer und aufwendig sei, verzichteten diese Institute jedoch oft auf eine juristisch selbstständige Tochtergesellschaft in Deutschland und eröffneten lediglich unselbstständige Niederlassungen. Damit gelte aber im Falle einer Bankenpleite die Einlagensicherung der jeweiligen Heimatländer. Dies könne bedeuten, dass die Einlagen nur bis zu einer Höhe von 20.000 Euro abgesichert seien.
Auch manche kleine deutsche Privatbanken sparen am Schutz
Auch bei deutschen Privatbanken ist umfassende Sicherheit nach Angaben der Verbraucherzentrale nicht immer garantiert. Es gebe eine kleine Anzahl von Privatbanken, die auf die Mitgliedschaft im Bundesverband deutscher Banken verzichteten und damit ihren Sparern die Sicherheit der großen Feuerwehrfonds vorenthielten. Hier greife dann nur der gesetzliche Mindestschutz für Sparer und der sei mit maximal 20.000 Euro bei einem Selbstbehalt von zehn Prozent eher dürftig. Genau im Kreis dieser Banken habe es aber in den vergangenen Jahren in Deutschland die meisten Bankenpleiten gegeben.
Klarheit über die Sicherheit seiner Geldanlage findet der Anleger nach Angaben der Verbraucherzentrale im Zweifelsfall in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Hier gebe üblicherweise der letzte Passus Aufschluss über die Höhe der Einlagensicherung.