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04. September 2008
Große Angstthemen der Vergangenheit


Frankfurt - Viele große Angstthemen haben die Menschen in den vergangenen Jahren in Atem gehalten. Manche davon wurden in der öffentlichen Wahrnehmung mittlerweile von anderen Themen verdrängt. Nachfolgend eine Übersicht:

- BSE:

Die Bovine spongiforme Enzephalopathie, kurz BSE, umgangssprachlich auch Rinderwahn genannt, ist eine Tierseuche. Die tödliche Erkrankung des Gehirns vor allem bei Hausrindern wird vermutlich durch atypische Eiweißkörper (Prionen) verursacht, auch wenn das bislang nicht als sicher bewiesen gilt. Die Ursache für die Entstehung der Prionen ist umstritten, wobei mehrere Theorien existieren. Es wird heute vermutet, dass die neue Variante der tödlich verlaufenden Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (heute als vCJK bekannt) beim Menschen durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch hervorgerufen wird. Infolge der BSE-Fälle wurde kontrovers diskutiert, wie gefährlich der Konsum von Rindfleisch ist. Tatsächlich ist die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit eine extrem seltene Krankheit. Etwa eine Person von einer Million erkrankt pro Jahr weltweit.

- Ebola, SARS und Co.:

Seit 1967 wurden laut WHO mindestens 39 neue Krankheitserreger identifiziert, darunter das HI-Virus, SARS sowie die Erreger von Ebola oder des Marburg-Fiebers. Im November 2002 traten in Guangdong in Südchina Fälle von atypischen Lungenentzündungen auf. Von dort breitete sich die Erkrankung Anfang 2003 über China, Südostasien und dann über den Flugverkehr auch nach Amerika und Europa aus. Es dauerte rund ein halbes Jahr bis der bis dahin unbekannte Erreger als ein Mitglied der Coronaviren identifiziert wurde. Die Verunsicherung über SARS (»Severe Acute Respiratory Syndrome») war so groß, dass die Menschen ihre Reisetätigkeiten massiv einschränkten. So plötzlich wie die Krankheit auftauchte, verschwand sie auch wieder. Im Herbst 2004 konstatierte auch die WHO, dass die weltweite Epidemie gestoppt wurde.

Auch das Ebola-Fieber - das Virus ist verwandt mit dem Marburg-Virus - wurde in Afrika verstärkt im Jahr 2000 und im Jahr 2003 festgestellt. Danach herrschte lange Ruhe. Doch im Herbst 2007 brach die Krankheit, die in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich verläuft, in Uganda erneut aus. Offenbar wird Ebola häufig zunächst von Affen auf den Menschen übertragen, ihre weitere Verbreitung wird dann auch wegen mangelnder Hygiene forciert. Eine wirksame Therapie gibt es ebenso wie bei SARS und den meisten anderen Virusinfektionen nicht.

- Ozonloch:

Seit Ende der 70er Jahre beobachteten Forscher eine ungewöhnlich starke Abnahme der Ozonschicht - zunächst nur über dem Südpol, ab Anfang der 90er Jahre aber auch über dem Nordpol. Auch wenn es für einen Abbau des Ozons natürliche Ursachen geben kann, so ist wissenschaftlich unbestritten, dass der Hauptgrund für das Ozonloch die vom Menschen in die Atmosphäre gebrachten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) waren, die sich unter anderem in Kühlmitteln und Spraydosen befanden. Die Ozonschicht filtert die aggressive UV-Strahlung der Sonne, ein Abbau hätte schwerwiegende Folgen für das Leben auf der Erde. Beim Menschen würde etwa das Risiko deutlich steigen, an Hautkrebs und bestimmten Augenleiden zu erkranken.

Die Politik handelte, FCKW ist seit vielen Jahren weltweit verboten, so dass sich das Ozonloch eigentlich wieder schließen sollte oder zumindest nicht mehr größer werden dürfte. Tatsächlich gibt es über die Entwicklung aber widersprüchliche Aussagen.

- Saurer Regen und Waldsterben:

Als saurer Regen wird Niederschlag bezeichnet, dessen pH-Wert niedriger ist als der pH-Wert, der sich in reinem Wasser durch den natürlichen Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre einstellt. Saurer Regen kann dazu führen, dass die Böden übersäuern, was wiederum die Pflanzen schädigt. Der Saure Regen wurde ab Ende der 70er Jahre massiv für das sogenannte Waldsterben verantwortlich gemacht. Die im Wesentlichen betroffenen Wälder lagen in Regionen mit häufigen und ergiebigen Niederschlägen, die zudem relativ niedrige Jahresdurchschnittstemperaturen aufwiesen. Dies traf in Deutschland insbesondere auf Wälder in den Mittelgebirgen und den Alpen zu.

Das vor allem in den 80er Jahren weit verbreitete Walduntergangsszenario, also das großflächige Absterben von Wäldern, ist insbesondere in den damaligen Hauptschadensgebieten trotzdem ausgeblieben - auch weil viel Geld in die Waldsanierung gesteckt wurde. Auch an der Methodik der Waldschadensberichte gibt es Kritik, so dass manche Beobachter im Phänomen Waldsterben im Wesentlichen ein Medien-Klischee sehen, das über Jahre hinweg stereotyp verbreitet wurde.








 
 



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