Die Familie ist auch für Männer mit Abstand das Wichtigste im Leben. Die Mehrheit der Bevölkerung hat den Eindruck, dass sich Väter heute mehr um ihre Kinder kümmern als noch vor ein paar Jahren, und findet das auch gut so. Das sind zwei Ergebnisse einer Allensbach-Umfrage, die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am Donnerstag in Berlin vorstellte. Der «Trend zu den neuen jungen Vätern», die immer öfter auch Elternzeit nähmen, stelle die Arbeitswelt auf den Kopf, sagte die Ministerin.
Dass sich die Männer mehr um Erziehung und Betreuung ihrer Kinder kümmern wollten, löse ein starkes Umdenken in der Wirtschaft aus, sagte von der Leyen. Wer nicht abgehängt werden wolle, müsse Kinder «mitdenken». Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf habe Deutschland aber noch immer großen Nachholbedarf.
Diesen Spagat zu erleichtern, ist für zwei Drittel der Bevölkerung der Umfrage zufolge nach wie vor eine der wichtigsten Forderungen an die Familienpolitik. Genannt werden neben einem ausreichenden Angebot an Betreuungsplätzen, Ganztagsschulen und flexibleren Arbeitszeiten auch eine bessere Abstimmung zwischen den Zeitplänen von Kindergärten und Schulen mit den Arbeitszeiten der Eltern.
79 Prozent finden, die Unternehmen müssten mehr dafür tun, ihren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Dabei ist für 76 Prozent der Befragten die Familie «sehr wichtig», weit vor Freunden und Bekannten (43 Prozent), der Arbeit (41 Prozent), der Freizeit (36 Prozent) oder der Möglichkeit, sich etwas leisten zu können (29 Prozent. Von den berufstätigen Vätern nennen sogar 89 Prozent die Familie als Priorität.
