Steigenden Kerosinzuschlägen zum Trotz haben im ersten Halbjahr deutlich mehr Passagiere das Flugzeug benutzt, um Ziele innerhalb Deutschlands zu erreichen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legte erstmals seit fünf Jahren der innerdeutsche Luftverkehr wieder stärker zu als Flugreisen ins Ausland. Das Passagieraufkommen im innerdeutschen Verkehr stieg den Zahlen aus Wiesbaden zufolge um 6,6 Prozent im Vorjahresvergleich, die Fluggastzahl zu Auslandszielen wuchs nur um 4,3 Prozent.
Insgesamt flogen in den ersten sechs Monaten des Jahres 46,2 Millionen Passagiere von deutschen Flughäfen ab. Das waren nach Angaben des Bundesamtes 4,9 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Wachstum habe sich damit im Vergleich zum Vorjahr leicht abgeschwächt. 2007 hatte die Zunahme von Januar bis Juni 5,1 Prozent betragen.
Ziele im Inland hatten rund 12,5 Millionen Passagiere. Der Inlandsanteil am gesamten Passagieraufkommen stieg von 26,5 Prozent vor Jahresfrist auf 27,1 Prozent.
Absolut die meisten Passagiere auf Auslandflügen steuerten europäische Ziele an. Knapp 26 Millionen Fluggäste im ersten Halbjahr bedeuten ein Plus von 4 Prozent. Größter Gewinner in Europa war Österreich mit 12,6 Prozent. Mit über 5,1 Millionen Passagieren bestgebuchtes Reiseziel war Spanien, ein Plus von 1,2 Prozent. Verlierer waren vor allem die Griechischen Inseln; die Nachfrage sank um 10,5 Prozent.
18,4 Prozent mehr auf die andere Seite der Erde
Den stärksten Aufschwung unter den Flugzielen verzeichnete in den ersten sechs Monaten mit 40,5 Prozent Brasilien, den größten Einbruch mit 12,1 Prozent die Dominikanische Republik. Nach Amerika flogen insgesamt rund 3,3 Millionen Menschen aus Deutschland, 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hauptziel waren die USA mit fast 2,4 Millionen Reisenden, einem Plus von 4,8 Prozent. Kanada legte 12,8 Prozent auf 378.000 Passagiere zu.
«Exklusivstes» Reiseziel mit nur 30.000 Fluggästen im ersten Halbjahr ist den Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge Australien und Ozeanien. Das Passagieraufkommen auf die andere Seite des Erdballs wuchs um 18,4 Prozent.
