Kürzlich entdeckte Szenen aus Fritz Langs Stummfilm-Klassiker «Metropolis» sind in Buenos Aires Journalisten vorgeführt worden. Sie stammen aus einer Originalfassung des Science-Fiction-Films aus dem Jahr 1927, die ein privater Sammler nach Argentinien brachte, wie die Direktorin des Filmmuseums in Buenos Aires, Paula Felix-Didier, sagte. Es handele sich um die einzige Kopie des ursprünglich dreieinhalb Stunden langen Films, der kurz nach seiner Veröffentlichung radikal gekürzt worden war.
Das sei die von Regisseur Fritz Lang geplante Fassung, sagte Martin Koerber von der Deutschen Kinemathek in Berlin. Ein argentinischer Filmenthusiast war der Kopie seit den 80er Jahren auf der Spur. Jahrelang bekniete er das Filmmuseum in Buenos Aires, in den Archiven danach zu suchen. 2008 willigte das Museum ein und im April wurden die Filmrollen entdeckt. Im Juni flog Felix-Didier mit einer DVD zur Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung nach Wiesbaden, das die Rechte an «Metropolis» besitzt. Die Forscher bestätigten, dass die entdeckten Szenen echt sind.
«Auch wenn die Bildqualität beklagenswert ist, wird dank des argentinischen Materials nun endlich der jahrzehntelange Traum einer Komplettierung von "Metropolis" wahr», erklärte die Stiftung auf ihrer Homepage. «Bisher Unverständliches wird klar, die mitunter rätselhafte Beziehung der Figuren untereinander bekommt einen Sinn», erklärte die Restauratorin Anke Wilkening demnach.
«Metropolis» wurde von Lang und seiner Ehefrau, der Schauspielerin Thea von Harbou, geschrieben. Der Film erzählt die Geschichte einer Stadt im 21. Jahrhundert, in der die Armen und Reichen streng getrennt voneinander leben.
