Nordkorea hat den Partnern seines nuklearen Abrüstungsabkommens vorgeworfen, ihre wirtschaftlichen Zusagen nicht schnell genug zu erfüllen. Der vereinbarte Abbau des Atomprogramms werde erst weiter vorangetrieben, wenn die versprochenen Energielieferungen eingetroffen seien, teilte das Außenministerium in Pjöngjang am Freitag mit.
Die Regierung sei ihren Verpflichtungen nachgekommen, indem sie eine Auflistung ihres Atomprogramms an China übergeben und den Kühlturm der Nuklearanlage Yongbyon gesprengt habe. Die an den Sechs-Parteien-Gesprächen beteiligten Länder dagegen hätten ihren Teil noch nicht erfüllt. An den Verhandlungen waren neben Nord- und Südkorea auch die USA, Russland, China und Japan beteiligt. Nordkorea wurden im Gegenzug für die atomare Abrüstung politische und wirtschaftliche Zusagen gemacht, unter anderem soll das Land Hilfslieferungen im Wert von einer Million Tonnen Schweröl erhalten.
Die USA stellen unterdessen 20 Millionen Dollar (12,6 Millionen Euro) für die Demontage der größten nordkoreanischen Atomanlage zur Verfügung. Der Sprecher des Außenministeriums, Sean McCormack, sagte am Donnerstag, Nordkorea habe neun von zwölf Schritten zum Abbau des Reaktors Yongbyon getan. Das Regime hatte vor einer Woche den Kühlturm der Nuklearanlage und damit das sichtbarste Symbol seines umstrittenen Atomprogramms gesprengt. US-Präsident George W. Bush stellte daraufhin eine Streichung Nordkoreas von der Liste der Terrorstaaten in Aussicht.
