Bei Infektionen der Leber mit dem Hepatitis-B-Virus kann mit Hilfe von Medikamenten immer häufiger eine Transplantation vermieden werden. Erfolge wurden vor allem mit Lamivudin erzielt, wie der Arzt Heiner Wedemeyer in der «Deutschen Medizinischen Wochenschrift» berichtet.
Mit diesem Medikament seien seit einigen Jahren in Deutschland standardmäßig Patienten vor der Transplantation behandelt worden. Es sollte verhindern, dass die neue Leber mit dem Virus infiziert werde. Zur Überraschung der Experten habe sich dabei die angegriffene Leber der Patienten so weit erholt, dass viele von ihnen keine Transplantation mehr benötigt hätten, erläutert Wedemeyer.
Heute würden alle Patienten mit schwerer akuter Hepatitis mit dem Medikament behandelt. Dadurch könnten in fünf von sechs Fällen Lebertransplantationen vermieden werden. Inzwischen seien auch schon weitere Medikamente entwickelt worden, die auch nach dem Versagen von Lamivudin die Leber noch retten könnten.
