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04. Juli 2008
Gewerkschafter werfen Siemens überzogene Stellenabbau-Pläne vor


München - Gewerkschafter haben die Pläne von Siemens zum Abbau tausender Stellen als übertrieben und einfallslos kritisiert. «Denen fällt nichts ein, außer ihre Kosten durch Personalabbau zu senken», sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel am Donnerstag in Erlangen. «Ich halte es für völlig überzogen, was Herr Löscher hier verkündet hat», sagte der Vorsitzende des Siemens-Europabetriebsrats Werner Mönius der Zeitung «VDI Nachrichten».

Der Siemens-Chef hatte in einem Interview indirekt Berichte bestätigt, wonach im Konzern insgesamt gut 17.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, davon 6.400 in Deutschland. Mönius kritisierte den Kommunikationsstil der Unternehmensleitung. «Falsch ist, den geplanten Umfang öffentlich festzulegen und erst dann mit uns zu reden. Das ist kein guter Stil, sondern eine Diskriminierung der Arbeitnehmervertretung», sagte Mönius, der auch im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt.

«Man kann nicht vor die Presse gehen und bekannt geben, dass Mitarbeiter in einer Größenordnung X abgebaut werden müssen, und diese Größenordnung ist nicht realistisch», erklärte der Gewerkschafter. Er schloss auch Streiks nicht aus. «Bevor wir Siemens und damit unsere Arbeitsplätze gefährden, ist es unsere Pflicht, notfalls auch einen Arbeitskampf durchzuführen», sagte Mönius.

Bei den Gesprächen mit der Konzernleitung am kommenden Montag und Dienstag würden die Arbeitnehmer sich bemühen, die Zahlen zu korrigieren. In der Summe seien in Vertrieb und Verwaltung Führungskräfte und Angestellte im oberen Gehaltsdrittel von den Plänen betroffen.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte die Einsparungen mit einem drohenden wirtschaftlichen Abschwung begründet. Am kommenden Dienstag will Siemens im Anschluss an zweitägige Beratungen des Wirtschaftsausschusses über die Stellenabbau-Pläne informieren.






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