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04. Juli 2008
Razzia bei Kaffeeröstern


Bonn - Das Bundeskartellamt verdächtigt große deutsche Kaffeeröster, durch verbotene Absprachen den Preis für Kaffee künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Deshalb durchsuchte die Wettbewerbsbehörde am Donnerstag die Büros führender Produzenten in ganz Deutschland, wie Sprecherin Silke Kaul in Bonn mitteilte. Betroffen waren unter anderem die bekannten Hersteller Tchibo und Dallmayr.

«Wir unterstützen die Ermittlungen, fühlen uns aber nicht als Beschuldigte», sagte Tchibo-Sprecher Peter Nebel der AP. Die Ermittlungen des Kartellamtes gingen auf eine Anzeige gegen einen Mitbewerber wegen Preisabsprachen zurück. Das Kartellamt überprüfe deshalb nun offenbar die ganze Branche. «Bei uns waren sie auch und haben sich Unterlagen zeigen lassen», bestätigte er.

Auch der Münchner Kaffeeproduzent Dallmayr räumte ein, von den Durchsuchungen des Kartellamtes betroffen gewesen zu sein. «Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um die Vorwürfe aufzuklären», sagte eine Sprecherin. Dagegen bekam der Hamburger Kaffeeröster J.J. Darboven (Idee-Kaffee, Mövenpick) nach eigenen Angaben keinen Besuch vom Kartellamt. Von den anderen großen deutschen Kaffeeröstern Jacobs, Melitta und Aldi war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Kaffee ist beliebtestes Getränk

Preisabsprachen beim Kaffee hätten gravierende Folgen für die Verbraucher. Denn Kaffee ist nach Angaben des Deutschen Kaffeeverbandes das meist konsumierte Getränk in Deutschland noch vor Mineralwasser oder Bier. Durchschnittlich trinkt jeder Bundesbürger im Jahr 146 Liter Kaffee.

Der in Deutschland angebotene Kaffee wird laut Branchenverband fast komplett als Rohkaffee importiert und erst in der Bundesrepublik geröstet, entkoffeiniert oder in anderer Form verarbeitet. Lediglich aus Italien wurden im Vorjahr 15.500 Tonnen Röstkaffee nach Deutschland eingeführt. Auch für den europäischen und den Weltmarkt lieferte die deutsche Kaffeewirtschaft 2007 große Mengen in allen Verarbeitungsformen.






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