Das Verkaufsangebot für ihr sieben Monate altes Baby im Internetauktionshaus eBay hat für eine Mutter aus dem Unterallgäu keine strafrechtlichen Konsequenzen. Das Ermittlungsverfahren gegen die 23-jährige Frau wurde eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft Memmingen am Donnerstag mitteilte. Die Ermittler hätten der Mutter weder versuchten Kinderhandel noch eine Verletzung der Fürsorgepflicht nachweisen können.
Nach umfangreichen Untersuchungen in einer Klinik sei der kleine Merlin inzwischen wieder zu Hause bei seinen Eltern, erklärte der stellvertretende Leiter des Jugendamtes im Landkreis Unterallgäu, Otto Gaschler. Der Junge sei gesund. Untersuchungen hätten keine Hinweise auf eine Vernachlässigung ergeben. Das Kind sei nie von den Eltern getrennt gewesen, sie hätten bei ihrem Sohn in der Klinik übernachtet.
Gaschler sagte, das Paar sei psychologisch begutachtet worden. Die Eltern hätten das Verkaufsangebot als Witz gedacht. «Sie hätten wohl nie gedacht, dass ein so dummer Scherz solche Auswirkungen hat», sagte Gaschler. Die Familie werde nun von einer erfahrenen Sozialpädagogin betreut.
Die Mutter und ihr 24-jähriger Lebensgefährte hatten ihren Sohn Merlin im Mai mit Foto für ein Mindestgebot von einem Euro im Internet zum Verkauf angeboten. Zahlreiche Internetnutzer im gesamten Bundesgebiet hatten daraufhin die Behörden informiert. Das Auktionshaus hatte das Angebot gelöscht und der Polizei geholfen, die Eltern, die in einer Gemeinde bei Memmingen leben, ausfindig zu machen. Nach Angaben der Ermittler waren keine Gebote eingegangen.
