Bei der Behandlung mit dem gegen Schuppenflechte eingesetzten Medikament Raptiva ist es bei einem Patienten zu einer schweren Nebenwirkung gekommen. Wie der Hersteller Merck am Freitag in Darmstadt mitteilte, erkrankte in den USA ein 70-jähriger Mann an sogenannter progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie (PML). Diese Veränderung der weißen Hirnsubstanz führt meist zu schwerer Behinderung oder sogar zum Tod.
Den Angaben zufolge hatte der 70-Jährige über mehr als vier Jahre das Mittel mit dem Wirkstoff Efalizumab wegen einer chronischen Plaque-Psoriasis erhalten. Merck sprach ausdrücklich von einem Einzelfall unter den mehr als 46.000 Patienten, die mit dem Medikament behandelt werden. Allerdings hatte den Angaben zufolge zuvor schon ein 62-jähriger, ebenfalls mit Raptiva behandelter Patient neurologische Symptome entwickelt und war an unbekannter Ursache gestorben.
Das Unternehmen wolle sicherstellen, dass die Ärzte informiert seien, um ihre Therapieentscheidungen entsprechend treffen zu können, erklärte der Medizinische Direktor der Merck-Pharmasparte Merck Serono, Guy Braunstein: «Unser Hauptanliegen ist die Sicherheit der Patienten.» Patienten, die derzeit Raptiva anwenden, sollten Nutzen und Risiken der Therapie mit ihrem Arzt besprechen. Merck warnte allerdings davor, die Behandlung ohne vorherige Absprache mit dem Arzt zu beenden oder zu ändern.
