Experten raten bei der Behandlung der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn zum schnellen Einsatz von Kortison. Bei kurzer Anwendung seien die damit verbundenen Risiken vertretbar, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in der «Deutschen Medizinischen Wochenschrift».
Im Krankheitsschub leiden Morbus-Crohn-Patienten den Angaben zufolge unter heftigen Bauchschmerzen, Durchfällen, allgemeinem Unwohlsein und häufig auch unter Fieber. Bei dauerhaftem Einsatz von Kortison könne es zu Fisteln und ausgedehnte Vernarbungen mit Verengungen des Darms kommen, wodurch Operationen erforderlich seien. Daher dürfe Kortison keinesfalls dauerhaft eingesetzt werden.
Nach dem Abklingen der Beschwerden würden künftige Krankheitsschübe oft durch Medikamente verhindert, welche die Immunreaktionen im Darm langfristig blockierten. Diese Mittel könnten jedoch gravierende Nebenwirkungen haben und sollten deshalb mit Bedacht eingesetzt werden, raten die Experten. «Sanfte» Alternativen zu Kortison und den Immunsuppressiva gebe es bisher nicht.
