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03. Oktober 2008
(Update) - Patient nach Behandlung mit Haut-Medikament Raptiva schwer erkrankt


Darmstadt - Nach mehrjähriger Behandlung mit dem Medikament Raptiva gegen Schuppenflechte ist ein Patient in den USA schwer erkrankt. Wie das Pharmaunternehmen Merck am Freitag in Darmstadt mitteilte, wurde bei dem 70-jährigen Mann eine sogenannte Leukoenzephalopathie festgestellt. Bei dieser Erkrankung des zentralen Nervensystems kommt es zu Veränderungen der weißen Hirnsubstanz, die meist zu schwerer Behinderung oder sogar zum Tod führen.

Laut Merck hatte der 70-Jährige über mehr als vier Jahre das Mittel mit dem Wirkstoff Efalizumab wegen einer chronischen Schuppenflechte erhalten. Das Unternehmen sprach ausdrücklich von einem Einzelfall unter den mehr als 46.000 Patienten, die mit dem Medikament behandelt werden. Allerdings hatte den Angaben zufolge zuvor schon ein 62-jähriger, ebenfalls mit Raptiva behandelter Patient in den USA neurologische Symptome entwickelt und war an unbekannter Ursache gestorben.

Merck wolle sicherstellen, dass die Ärzte informiert seien, um ihre Therapieentscheidungen entsprechend treffen zu können, erklärte der Medizinische Direktor der Pharmasparte Merck Serono, Guy Braunstein: «Unser Hauptanliegen ist die Sicherheit der Patienten.» Menschen, die derzeit Raptiva anwenden, sollten Nutzen und Risiken der Therapie mit ihrem Arzt besprechen. Das Unternehmen warnte allerdings davor, die Behandlung ohne vorherige Absprache mit einem Mediziner zu beenden oder zu ändern.

Raptiva, dessen Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2007 laut Merck um 37 Prozent auf 76 Millionen Euro stiegen, ist inzwischen in mehr als 60 Ländern zugelassen. Das Medikament ist ein therapeutischer Antikörper, der die Aktivität von T-Zellen hemmt, die an den Hautentzündungen bei Schuppenflechte beteiligt sind. Das Mittel wird - meist von den Patienten selbst - einmal wöchentlich gespritzt. Als häufige Nebenwirkungen, die sich aber im Allgemeinen nach den ersten Infektionen reduzieren, gelten Kopfschmerzen, Infektionen, Schüttelfrost, Schmerzen, Übelkeit, Schwächegefühl und Fieber.

Rund zwei Prozent der Bevölkerung leiden an der sogenannten Psoriasis, die zu juckenden, mitunter schmerzenden Hautstellen mit dicker, geröteter und schuppiger Haut führt. Ausgelöst wird die chronische, nicht ansteckende Erkrankung, die bis heute unheilbar ist, vermutlich von einer Überreaktion des Immunsystems, das eigenes Körpergewebe angreift.








 
 



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