Eine Woche nach dem Start des RAF-Filmes «Der Baader-Meinhof-Komplex» haben Terrorermittler den Buchautor Stefan Aust kritisiert. «Er schwimmt auf der Sensationswelle», sagte der Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger der «Stuttgarter Zeitung» laut Vorabmeldung. Sein Kollege Rainer Christ, der das Ermittlungsverfahren nach den Selbstmorden von inhaftierten Mitgliedern der Roten-Armee-Fraktion führte, ergänzte: «Wenn man unbedingt ein bestimmtes Ergebnis will, muss man sich eben die Indizien zurechtbiegen. Das ist der Stil von Aust.»
Beide Ermittler sehen den Buchautor als parteiisch. Dies habe sich auch auf den Film ausgewirkt, der vor allem aus der Täterperspektive gedreht worden sei. «Die Opfer sind nur dazu da, erschossen zu werden», sagte Pflieger. Früher habe Aust die These vom Staatsmord genährt. Nachdem sie nicht mehr haltbar sei und sich selbst Ex-Terroristen davon distanzierten, versuche es der Autor jetzt mit der These vom staatlich geduldeten Selbstmord und abgehörten Gefangenenzellen. «Der Vorwurf der RAF, dass Aust ihre Geschichte zu Geld gemacht hat, ist wohl richtig», sagte der Generalstaatsanwalt.
«Der Baader-Meinhof-Komplex» basiert auf Austs gleichnamigen Buch, das als Standardwerk zum RAF-Terror gilt. Der Film von Uli Edel stellt die Geschichte der RAF von den Studentenprotesten Ende der 60er Jahre bis zum sogenannten Deutschen Herbst 1977 dar.
