Der serbische Präsident Boris Tadic, der Musiker Peter Gabriel und das Internet-Lexikon Wikipedia zählen zu den diesjährigen «Quadriga»-Preisträgern. Mit der Auszeichnung werden seit 2003 jährlich zum Tag der deutschen Einheit die Verdienste von vier Persönlichkeiten oder Institutionen gewürdigt, «in deren Denken und Handeln Vision, Mut und Verantwortung zusammenwirken». Die Übergabe der mit je 25.000 Euro dotierten Preise war für Freitagabend in der Komischen Oper in Berlin geplant.
Vierter Preisträger ist der Franziskanerpater Eckart Höfling, der sich mit seinem Sozialwerk seit mehr als dreißig Jahren um Jugendliche in Rio de Janeiro kümmert. Zur Verleihung wurden als Laudatoren der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta, der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn und Außenminister Frank-Walter Steinmeier erwartet.
Vorbilder, die bewegen
Der Preis, dessen Namensgeberin das geschichtsträchtige Viergespann auf dem Brandenburger Tor ist, wird vom Verein Werkstatt Deutschland vergeben. Die Preisgelder sind für gemeinschaftsfördernde Projekte bestimmt, die die Geehrten selbst auswählen. Preisträger der Vergangenheit waren unter anderem Aga Khan, der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, Königin Silvia von Schweden sowie die ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder.
Die Veranstalter honorieren nach eigenen Angaben Vorbilder aus Deutschland und Vorbilder für Deutschland. Vorstandsmitglied Marie-Luise Weinberger erklärte: «Die Quadriga ehrt Vorbilder, die bewegen. Vorbilder, deren Engagement die Dinge zum Besseren wendet. In Deutschland. In Europa. In aller Welt.»
Gabriel als «Mentor der Menschenrechte»
Tadic werde für seinen «Mut der Beharrlichkeit» ausgezeichnet, erklärten die Initiatoren. Gabriel erhalte den «United we Care»-Preis als «Mentor der Menschenrechte». Höfling bekomme die Auszeichnung für sein Lebenswerk. «Er schenkt Kindern und Jugendlichen in Rio de Janeiro eine «Heimat der Nächstenliebe», hieß es zur Begründung. Das Internet-Lexikon Wikipedia werde für die «Mission der Aufklärung» geehrt.
Im Kuratorium, das bei der Auswahl der Preisträger berät, waren in diesem Jahr unter anderem der Sänger Peter Maffay, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.
Vor der Verleihungszeremonie pflanzten Preisträger und Laudatoren vor den Neuen Kammern des Potsdamer Schlosses Sanssouci als Symbol des Zusammenwachsens Kirschbäume. Der vor drei Jahren eingeführte Brauch dient gleichzeitig der Rekonstruktion des vom Preußenkönig Friedrich II. angelegten Kirschgartens.
