Die Niederlande müssen einem Kommissionsbericht zufolge bis Ende des Jahrhunderts mindestens 100 Milliarden Euro zusätzlich für den Schutz vor Überschwemmungen ausgeben. Wegen des globalen Klimawandels werde der Meeresspiegel deutlich stärker ansteigen als bislang angenommen, hieß es in dem vorgestellten Bericht der Delta-Kommission. Ministerpräsident Jan Peter Balkenende versprach eine zügige Umsetzung der Empfehlungen.
Dem Plan zufolge sollen Dünen erweitert und Deiche massiv verstärkt sowie erhöht werden. Bislang gingen die Niederlande von einem Anstieg des Meeresspiegels um etwa 80 Zentimeter bis 2100 aus. Die Kommission kam nun zum Schluss, dass mit einem Anstieg von bis zu 1,30 Metern zu rechnen ist. Bis 2200 seien zwei bis vier Meter möglich, hieß es. «Wir versuchen nicht, den Menschen Angst zu machen, schließlich haben wir noch Zeit, zu handeln», sagte Kommissionsvorsitzender Cees Verman. Zwei Drittel der 16 Millionen Niederländer leben gegenwärtig in Gebieten, die tiefer liegen als der Meeresspiegel.
Verman zufolge sollen die nötigen Deichverstärkungen und sonstige Maßnahmen bis 2100 jährlich mindestens eine Milliarde Euro extra kosten. Maximal könnten bis zur Jahrhundertwende sogar 180 Milliarden Euro nötig seien, hieß es in dem Bericht. Die Niederlande geben derzeit bereits rund 500 Millionen Euro für den Unterhalt der existierenden Deiche an der Küste und den Flussufern aus. Die Delta-Kommission wurde im September 2007 gegründet. Sie hat auch erstmals Notfallpläne für Evakuierungen vorgestellt, was bis dahin ein politisches Tabu war.
