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03. September 2008
Google-Browser Chrome braucht noch etwas Pflege


New York - Googles neuer Browser Chrome kann genau das, was der Internetnutzer von einem solchen Programm erwartet. Seine Funktionen sind auf das Wesentliche reduziert, in sogenannten Tabs, einzelnen Reitern lassen sich schnell und übersichtlich Webseiten aufrufen und organisieren. Der Nutzer kann zudem auch einstellen, was er an persönlichen Daten preisgeben möchte. Google bezeichnet Chrome als Beta, also als Testversion. Alle Erwartungen kann das Programm noch nicht erfüllen. Die neueste Version des Internet Explorers von Microsoft ist da schon ein Stück weiter.

Chrome tritt vor allem gegen die «großen Browser» an, den Internet Explorer und Firefox, scheint sich aber auch einiges beim kleineren Opera abgeschaut zu haben. So fällt direkt ins Auge, das die Tabs wie bei Opera ganz oben angeordnet sind. Öffnet man mit einem Mausklick auf das Plus-Zeichen neben dem letzten Tab eine neue Registerkarte, so erscheinen als anschauliche kleine Bildchen die meistbesuchten letzten Websites. Auch das erinnert etwas an die Schnellwahlseite von Opera.

Von der Schnelligkeit her hält Chrome, was Google verspricht. Allerdings nicht in allen Bereichen. Das gilt besonders, wenn eine häufig im Internet eingesetzte Technik zum Einsatz kommt: Flash. Werden zuviele dieser Flash-Sites aufgerufen, dann hat Chrome seine Schwierigkeiten, da der Resourccenverbrauch doch enorm ist. Für den Firefox gibt es dagegen ein kleines Add-on, mit dem sich verhindern lässt, dass Flash-Seiten automatisch weiterlaufen. Bei Chrome gibt es derzeit noch nichts Vergleichbares, was den Browser deutlich verlangsamen kann.

Vor allem für Web-Anwendungen mit JavaScript gedacht

Dass Chrome noch nicht ganz ausgereift ist, zeigt sich auch bei einem Besuch des Videoportals YouTube, das ja zu Google gehört. Wird hier ein Video abgepielt, dann verbraucht der Firefox 3 im Test auf einem älteren Laptop mit Windows XP bis zu 95 Prozent der Prozessorleistung. Chrome kommt auf 60 Prozent, beim Internet Explorer sind es hingegen nur wenige Prozent.

Bei einem weiteren Test mit acht Websites, die voll mit Flash und Grafiken sind, brauchte Firefox bei einer Prozessorauslastung von 50 Prozent 17 Sekunden, um sie zu laden, Chrome war mit zwölf Sekunden am schnellsten, benötigte aber auch fast 40 Prozent der Prozessorleistung. Der Internet Explorer 8 kam auf 13 Sekunden, von einer erhöhten Prozessorbelastung war nichts zu merken.

Chrome zielt aber nicht nur auf den Internet Explorer, sondern ist auch eine Herausforderung für Microsofts Office-Software. Google will den Browser in eine stabile und flexible Plattform verwandeln, die praktisch alles erledigen kann, was man mit dem Computer macht, von der Textverarbeitung bis zur Bearbeitung von Fotos. Verbessert wurde dafür bei «Chrome» vor allem der Umgang des Browsers mit JavaScript, einer Skriptsprache für interaktive Web-Anwendungen. Diese lassen sich dann so schnell und direkt wie eine auf dem Desktop laufende Software nutzen. Dazu gehören auch die Online-Textverarbeitung und Tabellenkalkulation von Google.








 
 



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