Die wegen Fehlspekulationen am US-Immobilienmarkt in Schieflage geratene Mittelstandbank IKB hat im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Verlust von 24 Millionen Euro nach Steuern verzeichnet. Die Differenz zu dem Ende April angekündigten Minus von 200 Millionen Euro erkläre sich aus deutlich geringeren latenten Steuern als erwartet, teilte das Düsseldorfer Geldinstitut am Donnerstag bei der Vorlage vorläufiger Zahlen mit.
Die IKB konnte nach ihrem Desaster mit zweitklassigen US-Hypothekenkrediten nur mit mehreren milliardenschweren Rettungspaketen von KfW, Bund und Banken vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Ohne die Übernahme von Risiken durch den Bankenpool wären die Abschreibungen weitaus höher ausgefallen.
Nach Einschätzung der Bank wird auch das Geschäftsjahr 2008/2009 noch erheblich durch die Nachwehen der Krise beeinträchtigt sein. Insbesondere die Einschränkung des Neugeschäfts seit 2007, die stark gestiegenen Refinanzierungskosten und hohe Beraterkosten dürften negativ zu Buche schlagen. Nach Abschluss der Restrukturierung werde die Bank eine deutliche andere Ertragsstruktur und ein insgesamt niedrigeres Ertragsniveau haben, prognostiziert die IKB.
Die KfW, die Hauptaktionär der IKB ist, will ihren Anteil, zusammen mit dem des zweitgrößten Anteilseigner, der Stiftung Industrieforschung, schnellstmöglich verkaufen. Laut IKB befinde sich der Prozess derzeit in der entscheidenden Phase. Ende Mai war das Bieterverfahren für die Mittelstandsbank mit drei Bewerbern in die heiße Phase gegangen.
