Die Bundesbürger verbrauchen immer weniger Heizöl. Nach einer Studie des Energiedienstleisters Techem verheizten die Haushalte in der Periode 2006/07 im Schnitt 13,5 Liter pro Quadratmeter Wohnfläche. Dies sei der niedrigste Wert seit Beginn der Analyse 1977/78, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Das Ergebnis beruhe auf Zahlen aus 92 westdeutschen Städten. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Verbrauch demnach um 12,2 Prozent zurück.
Die Untersuchung berücksichtigt allerdings nicht das Wetter. Beim Vergleich der Winter 2006/07 und 2005/06 müsse bedacht werden, dass der Winter 2005/06 kälter war, sagte Hanno Lang-Berens, Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern, der Nachrichtenagentur AP. Langfristig betrachtet sinke der Verbrauch aber auf jeden Fall. Seit dem Winter 1977/78 habe er sich halbiert, berichtete Techem.
Konkurrenz durch Gas
«Der Gesamtverbrauch an Heizöl geht kontinuierlich zurück», bestätigte auch Heino Elfert, Herausgeber des Energie Informationsdiensts EID. «Das liegt vor allem daran, dass Heizöl mit dem Gas eine gewaltige Konkurrenz bekommen hat», sagte Elfert.
Nach der Erfahrung von Energieberater Lang-Berens heizen die Verbraucher aber auch sparsamer. «Die Leute achten intensiv darauf.» Außerdem führten modernere Heizungsanlagen zu einem geringeren Bedarf.
Den niedrigsten Verbrauch hatten die von Techem erfassten Haushalte in den Städten Bochum (10,46 Liter pro Quadratmeter Wohnfläche), Offenburg (11,03), Erlangen (11,18), Herten (11,24), Braunschweig (11,33) und Oberhausen (11,39). Am meisten Heizöl benötigten die Verbraucher in Offenbach (16,55), Lübeck (17,10), Schleswig (17,66), Arnsberg (18,08) und Rendsburg (18,70 Liter).
Techem ermittelte nach eigenen Angaben die Zahlen von fast 100.000 Wohnungen in zentral beheizten Mehrfamilienhäusern, in denen das Unternehmen die Heizkosten abliest. Die Untersuchung beschränke sich auf westdeutsche Städte, weil in Ostdeutschland überwiegend mit Gas oder Fernwärme geheizt werde.
