Eine schnelle Wiederaufnahme der Tarifgespräche über die Neugestaltung der Altersteilzeit in der Metallbranche ist vorerst nicht in Sicht. Es gebe noch keinen neuen Verhandlungstermin für Gespräche in Baden-Württemberg, sagte ein Sprecher der IG Metall am Donnerstag in Stuttgart. Nach der Gewerkschaft hatte sich auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall dafür ausgesprochen, einen weiteren Lösungsversuch in dem traditionellen Pilotbezirk zu unternehmen.
Die Gespräche waren vor einer Woche in der siebten Runde in Böblingen vorläufig gescheitert. Der Chef des regionalen Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Jan Stefan Roell, hatte daraufhin erklärt, er halte eine Lösung im Südwesten nicht mehr für möglich. Falls bis zum 30. August kein Tarifvertrag in Baden-Württemberg zustande kommt, will Gesamtmetall das weitere Vorgehen beraten und beschließen, wie es am Mittwoch hieß: «Bis zu einem solchen Beschluss wird weiterhin kein anderer Mitgliedsverband Verhandlungen zu einem solchen Tarifvertrag führen.» Der Vorstand bekräftigte «sein grundsätzliches Interesse am Zustandekommen eines Tarifvertrages zu flexiblen Übergängen in die Altersrente, und zwar möglichst ohne eine Verquickung mit der Entgelttarifrunde 2009».
Die Arbeitgeber wollen den Anspruch auf Altersteilzeit stark einschränken. Dagegen fordert die IG Metall, diese dürfe auch künftig nicht nur auf einen kleinen Kreis besonders belasteter Beschäftigter mit langer Betriebszugehörigkeit beschränkt werden. Eine Neuregelung der Altersteilzeit ist notwendig, weil Ende 2009 der Zuschuss der Bundesagentur für Arbeit (BA) wegfällt. Die BA fördert die Altersteilzeit bislang finanziell, wenn der Arbeitgeber die frei werdende Stelle mit einem Auszubildenden oder einem Arbeitslosen wiederbesetzt.
Unterdessen kündigte die IG Metall in Bayern an, dass sie den Tarifvertrag fristgemäß kündige wolle, um die Möglichkeit zu haben, diese Frage mit der anstehenden Lohn- und Gehaltsrunde zu verbinden. Bezirksleiter Werner Neugebauer nannte das Verhalten der Arbeitgeber eine Provokation. Sie glaubten, die IG Metall vorführen zu können.
