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03. Juni 2007

Protest gegen Agrarpolitik der Industriestaaten



Rostock - Kurz vor dem G-8-Gipfel haben mehrere tausend Menschen am Sonntag in Rostock friedlich gegen die Agrarpolitik der Industriestaaten und den Handel mit genmanipulierten Pflanzen protestiert. Der billige Export von Agrarüberschüssen aus den Industrieländern auf die afrikanischen Märkte bringe die örtlichen Bauern um ihr Einkommen, kritisierten verschiedene Redner auf der Abschlusskundgebung. Aber auch in den Industrieländern herrsche ein ruinöser Preisdruck in der Landwirtschaft.

Jedes Jahr stürben weltweit 30 Millionen Menschen an den Folgen von Hunger. Die Agrar- und Fischereipolitik der Industrieländer sei mit dafür verantwortlich. Außerdem wandten sich die Demonstranten gegen den Versuch von Großkonzernen, über patentierte genmanipulierte Pflanzen den Handel mit Saatgut zu zerstören. Verschiedene Konzerne würden durch die Patentierung von Saatgut überall auf der Welt die Produzenten immer stärker abhängig machen, kritisierte ein Redner. Bislang werde das Saatgut noch lokal produziert und getauscht. Erst wenn die Konzerne die Kontrolle über das Saatgut hätten, könnten sie aber entscheiden, was wann wo angebaut werde. Die Gentechnik berge aber auch noch ganz andere Risiken, unter anderem für die biologische Vielfalt.

Während die Polizei von 2.000 Teilnehmern sprach, gaben die Veranstalter die Zahl mit 5.000 an. Nach der Veranstaltung fuhren die G-8-Gegner mit Traktoren und Fahrrädern zu einem Dorf, wo nach Veranstalterangaben Genforschung betrieben wird.

Die Probleme der Landwirtschaft weltweit hatten die G-8-Gegner am Sonntag in den Mittelpunkt ihrer Protestveranstaltungen in Rostock gestellt. Die Demonstration wurde vom Aktionsnetzwerk Globale Landwirtschaft veranstaltet.

Greenpeace errichtete unterdessen am Hafen ein «menschliches Banner» aus rund 1.000 Personen. Sie bildeten die Worte «G8 - Act now». «Damit wollen wir die G-8-Staaten darauf aufmerksam machen, dass die CO2-Emmissionen bis 2020 weltweit um 30 Prozent gesenkt werden müssen», sagte eine Aktivistin.






 

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