Aus Protest gegen die französische Haltung zur iranischen Atompolitik hat das Außenministerium in Teheran am Sonntag den Botschafter Frankreichs einbestellt. Paris zählt zu den Befürwortern neuer Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Weigerung, die Anreicherung von Uran auszusetzen. Bei dem Treffen mit dem Botschafter habe der Iran gegen die französische Politik gegenüber den friedlichen Nuklearaktivitäten des Landes protestiert, hieß es in einem Bericht auf der Website des staatlichen iranischen Rundfunks.
Zuvor hatte Außenamtssprecher Mohammad Ali Hosseini den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy der offenen Feindseligkeit gegenüber dem Iran bezichtigt. Sollte diese Politik fortgesetzt werden, werde der Iran seine Haltung überdenken, die bislang von Zurückhaltung geprägt gewesen sei, erklärte Hosseini am Sonntag während seiner wöchentlichen Pressekonferenz.
Im Streit über das iranische Atomprogramm hatten die Vetomächte der Vereinten Nationen und Deutschland Ende Januar vereinbart, die Sanktionen gegen Teheran weiter zu verschärfen. Angereichertes Uran kann zur Herstellung von Brennstäben für Atomkraftwerke, aber auch zur Produktion waffenfähigen Nuklearmaterials verwendet werden.
