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03. Januar 2009

«Kofferraumvergewaltiger» wohnte im Bezirk Amstetten



Regensburg - Der sogenannte Kofferraumvergewaltiger von Regensburg und Chemnitz hat im österreichischen Bezirk Amstetten gewohnt, wo im vergangenen Jahr der unfassbare Inzestfall des Josef F. ans Licht kam. Dem 25-jährigen gebürtigen Sachsen wurde seine Raserei zum Verhängnis: Er wurde auf der Fahrt von Regensburg nach Linz wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt, wie die Ermittlungsbehörden aus Deutschland und Österreich am Freitag in Regensburg erklärten.

Seinem letzten Vergewaltigungsopfer, dem 16-jährigen Mädchen aus Regensburg, erzählte er, dass er geblitzt worden sei. Dieses informierte nach seiner Freilassung die Polizei darüber, wie Oberstaatsanwalt Edgar Zach erklärte. Über das Kennzeichen und zusammen mit der von seinen Opfern gelieferten Personenbeschreibung konnte der Täter identifiziert werden. Die Ermittler lobten die gute und schnelle Zusammenarbeit der Kollegen aus Deutschland und Österreich.

«Absolute Reue gezeigt»

Der Mann, der sich am Mittwochabend am Berliner Hauptbahnhof selbst stellte, hat laut Polizei umfassende Aussagen gemacht, die sich mit den Angaben seiner Opfer decken. Er habe in den Vernehmungen «absolute Reue gezeigt» und sei in Tränen ausgebrochen, wie Gunter Titze von der Chemnitzer Polizei sagte, wo der Mann in Untersuchungshaft sitzt. Das Verfahren gegen ihn unter anderem wegen Mordversuchs und Vergewaltigung werd in Leipzig eröffnet werden, die Anklageerhebung werde aber einige Monate dauern.

Der Täter war den Angaben zufolge als junger Erwachsener Marihuana-abhängig und machte eine Entziehungskur, bevor er aus beruflichen Gründen nach Österreich zog. Dort wohnte er in Biberach im Bezirk Amstetten in Niederösterreich. Zum Weihnachtsurlaub war er zurück in seine Heimat nach Sachsen gefahren.

Dort zwang er am 20. Dezember sein erstes Opfer, eine 18-Jährige, in den Kofferraum seines Autos. Nachdem er sie vergewaltigt hatte, brachte er sie nördlich von Chemnitz zu einer zehn Meter hohen alten Brücke über den Fluss Mulde und zwang sie, hinunter zu springen.

Vier Tage später, am 24. Dezember, gegen 01.00 Uhr, versuchte er erneut in Chemnitz, eine junge Frau in den Kofferraum seines Autos zu zwingen. Dies misslang ihm jedoch wegen der starken Gegenwehr des Opfers, wie die Polizei jetzt erklärte.

50 Euro für die Heimfahrt des Opfers

Nur vier Stunden darauf, gegen 05.00 Uhr, inzwischen im rund 300 Kilometer entfernten Regensburg, zwang er die 16-Jährige in den Kofferraum seines Autos. In nur gut eineinhalb Stunden fuhr er mit ihr in das rund 225 Kilometer entfernte Linz, wo er um 06.37 Uhr geblitzt wurde. Dort blieb er jedoch nicht, sondern fuhr zunächst weiter in seinen Wohnort Biberbach. Zunächst habe er in seine Wohnung fahren wollen, entschied sich dann aber, die junge Frau in der Umgebung zu vergewaltigen, was er gegen 08.00 Uhr tat. Dann fuhr er das junge Mädchen an den Bahnhof von Linz und gab ihr 50 Euro für die Heimfahrt nach Regensburg.

Er selbst fuhr später dann offenbar auch mit dem Zug ebenfalls nach Regensburg. Sein Auto wurde in einem Parkhaus im Amstetten sichergestellt. Zunächst hatte er nach eigenen Angaben vorgehabt, mit dem Zug über München und Stuttgart nach Paris zu fahren. Dann sei er aber über Köln nach Berlin gefahren, wo er sich zunächst einige Tage aufgehalten hatte, bis er sich selbst stellte.






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