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Mittwoch, der 3. Januar 2007
Trotz gutem Turnaround: VW-Markenchef muss wohl gehen





Köln - Die VW-Führungskräfte drängen darauf, dass Markenchef Wolfgang Bernhard auch nach dem Machtwechsel an der Konzernspitze von Bernd Pischetsrieder zu Martin Winterkorn am 1. Januar weiterhin an Bord bleibt. Laut einem internen Brief vom 15. Dezember 2006, aus dem das Wirtschaftsmagazin 'Capital' in seiner aktuellen Ausgabe zitiert, macht die Volkswagen Management Association (VMA) als Interessenvertretung der Leitenden Angestellten deutlich, dass Bernhard ihr vollstes Vertrauen genießt.

"Das Klima und die Prozesse zur Zusammenarbeit, die mit Herrn Dr. Bernhard in hervorragender Weise zur Wirkung gekommen sind, beschleunigen und tragen den Umschwung bei Volkswagen Pkw. Das Management würde es außerordentlich bedauern, wenn Herr Dr. Bernhard die in der Entwicklung befindlichen Fahrzeugprojekte nicht bis zu deren Serienanläufen verantworten könnte", heißt es.

Wie das Magazin weiter meldet, empfiehlt der VMA-Vorstand, deren Vorstandssprecher Ulrich Neß im Aufsichtsrat der Volkswagen AG sitzt, dem neuen Konzernchef Winterkorn, bei "beabsichtigten Veränderungen" besonnen vorzugehen: "Das Management kann nur Personal-, Prozess- und Strukturveränderungen begrüßen, die eine Verbesserung zum Bestehenden bewirken und die laufenden Fahrzeug- und Prozessprojekte nicht stören oder verzögern."

Bernhard selbst ist bereit zu bleiben - allerdings unter einer Voraussetzung: "Ich werde meinen Vertrag erfüllen, solange sich an seinem Inhalt nichts ändert", sagte Bernhard auf einem Treffen mit Führungskräften kurz vor Weihnachten. Doch ein internes Abschiedsszenario sieht vor, dass Bernhard schon nicht mehr an der Detroit Motorshow, die am 7. Januar ihre Pforten öffnet, teilnimmt - sonst ein Pflichttermin der Branche. Winterkorn steht allein im Rampenlicht. Gut eine Woche später soll es dann offiziell werden: Bernhard verlässt Ende Januar nach genau zwei Jahren den VW-Konzern.

Vertrauliche Zahlen belegen indes, dass der Turnaround der Marke VW mittlerweile auf Hochtouren läuft: Der Absatz stieg danach im Jahr 2006 von knapp 3,1 auf fast 3,4 Millionen Autos. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich von 400 Millionen Euro auf rund 1,6 Milliarden Euro. Die Netto-Liquidität legte von knapp 2,1 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden Euro zu und der Netto-Cash-Flow von minus 350 Millionen Euro auf plus 2,8 Milliarden Euro.

Vor allem an der Kostenfront setzten Bernhard und sein Team die Axt an: Die Investitionen, im Jahr 2004 noch bei 2,7 Milliarden Euro, sanken auf rund 1,9 Milliarden Euro und die Fabrikkosten pro Fahrzeug von 4.705 Euro auf 4.475 Euro. Im Jahr 2008 sollen diese nur noch 4.100 Euro betragen. Wie unproduktiv der VW-Konzern trotz Aufholjagd noch immer arbeitet, belegt die vertrauliche Produktivitätsanalyse "Harbour Report Europe 2006".

So brauchte die Marke VW danach im Jahr 2005 durchschnittlich 37 Stunden, um ein Auto zu montieren. Ford schaffte das in 17,5 Stunden, Renault in 21,2 Stunden, General Motors mit der Marke Opel in 22,8 Stunden und Toyota in 25,4 Stunden. Immerhin: Im Jahr 2006 verbesserte die Marke VW die durchschnittliche Fertigungszeit, die 2004 noch bei 44 Stunden lag, von 37 auf 32,5 Stunden. Das Ziel liegt nun bei unter 28 Stunden.

Eine Analyse der Unternehmensberatung McKinsey, die auf dem letzten VW-Topmanagement-Meeting vorgestellt wurde, zeigt schonungslos, wie groß der Abstand von VW zu Toyota trotzdem ist. Die Japaner - Lieblingsvorbild von Bernhard und Wendelin Wiedeking, der als Porsche-Chef mittlerweile knapp 30 Prozent der VW-Aktien kontrolliert - sparen danach pro Auto fast 3.000 Euro, weil sie "fertigungsgerechter und schneller entwickeln, die Lieferanten effektiver managen und schlanker fertigen."



Donnerstag, 21. August 2008







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