Genf - Die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf hat an alle Staaten appelliert, trotz der globalen Wirtschaftskrise ihre Grenzen für Einwanderer geöffnet zu halten. Auch unter den geänderten Bedingungen benötigten die reichen Länder ausländische Arbeitskräfte für Tätigkeiten, die das eigene und noch dazu schrumpfende Erwerbstätigenpotenzial nicht leisten könne oder wolle, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Organisation.
Der Vierte Weltmigrationsbericht schätzt die Zahl der Migranten auf weltweit mehr als 200 Millionen. Während es weiter einen lebhaften Wettbewerb der wirtschaftlich entwickelten Staaten um qualifizierte Migranten gebe, steige auch der Bedarf an gering oder nicht ausgebildeten Kräften aus dem Ausland, erklärte die IOM. Daher sei eine planvolle Einwanderungspolitik gerade in einer Zeit des wirtschaftlichen Abschwungs besonders wichtig, sagte einer der Verfasser des Berichts, Gervais Appave.
«Es gibt immer Arbeiten, die die Gastbevölkerung nicht übernehmen will», sagte IOM-Sprecherin Jemini Pandya und nannte Gesundheitsdienste, Gastronomie und häusliche Dienste. Mit 70,6 Millionen leben die meisten Migranten in Europa. Danach folgen Nordamerika mit 45,1 Millionen und Asien mit 25,3 Millionen. Asien ist die größte Herkunftsregion der Migranten. Im Jahr 2030 sei zu erwarten, dass China und Indien 40 Prozent aller weltweit Beschäftigten stellen würden, heißt es in dem Bericht.