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02. Oktober 2008
Vitrine Sachbuch - Auch Frauen waren bei der Studentenbewegung dabei


Frankfurt - Als Hauptakteure der Studentenbewegung 1968 in Deutschland gelten Männer wie Rudi Dutschke oder Daniel Cohn-Bendit. Dass auch Frauen eine Rolle spielten, daran erinnert das jetzt neu aufgelegte Buch der Journalistin Ute Kätzel.

Als sie begonnen habe, daran zu arbeiten, sei gerade der 30. Jahrestag der 68er-Bewegung in den Medien begangen worden, schreibt Kätzel in ihrem Vorwort. «Es schien jedoch so zu sein, als sei sie eine Männerbewegung gewesen.» Zum 40. Jahrestag habe sich das Bild nur wenig verändert. «Immer noch beherrschen die 68er-Männer das Feld...Immer noch ignorieren sie den Anteil der Frauen an der Bewegung.»

In dem Buch lässt sie ihre Protagonistinnen selbst zu Wort kommen. Zum Beispiel Sigrid Fronius, erste Frau an der Spitze des Astas der Freien Universität Berlin. Oder Helke Sander, eine der Mitbegründerinnen des Aktionrates zur Befreiung der Frauen. «Manchmal frage ich mich, was ich mit meinem damaligen Engagement erreicht habe, und muss sagen: Ich weiß es nicht», reflektiert die Filmemacherin ihr damaliges Handeln. «Das Wichtigste war zu fragen, "warum ist das eigentlich so" und "muss das so sein". Das hatte ganz viel mit Erkenntnisinteresse zu tun und zielte nicht in erster Linie darauf ab, eine Frauenbeauftragte zu erfinden oder zu fordern, dass jeder zweite Job mit einer Frau besetzt wird.»

Zu Wort kommen auch Frigga Haug, Sanders damalige Gegenspielerin im Aktionsrat, oder Erika Berthold, Mitglied der Kommune 1 in Ostberlin. Gretchen Dutschke-Klotz beschreibt ihr Leben an der Seite des berühmten Mannes, die gebürtige Amerikanerin Elsa Rassbach schildert, wie sie die 60er Jahre in Berlin erlebte.

Die Frauen erzählen ihre Geschichte selbst, und zwar nicht nur über die Jahre des Engagements, sondern sie sprechen auch über ihre Kindheit und Jugend und die Zeit nach 1968. So fällt es den Lesern leicht, die jeweiligen persönlichen Entwicklungen nachzuvollziehen. Im Anhang ist darüber hinaus zu erfahren, wie und wo sie jetzt leben.

Alle Interviewpartnerinnen von Ute Kätzel haben sich sehr offen geäußert, und so offenbart das Buch, das 2002 im Rowohlt Verlag erschien und jetzt neu aufgelegt wurde, ein spannendes Stück Zeitgeschichte.

 








 
 



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