Der für Sonntag vorgesehene Start der ESA-Mission GOCE ist erneut verschoben worden. Wie die Pressestelle des Europäischen Raumkontrollzentrums in Darmstadt am Donnerstag mitteilte, gibt es weiterhin Probleme mit der Trägerrakete. Der Erdbeobachtungssatellit werde nun frühestens am 27. Oktober starten.
Der Start der Mission war ursprünglich bereits für den 10. September geplant. Der Countdown im russischen Plesetsk wurde jedoch drei Tage vor dem Termin wegen Problemen in einer Steuerungs- und Navigationseinheit der Trägerrakete abgebrochen und der Start auf den 5. Oktober verschoben. Das Raketenunternehmen Eurockot teilte mit, die Suche nach der Ursache der Störung dauere an.
GOCE (»Gravity Field and Ocean Circulation Explorer») soll vor allem das Schwerefeld der Erde in einer bislang unerreichten Präzision vermessen und kartieren. Mit den von GOCE gesammelten Daten werden nach Angaben der ESA verbesserte Klimamodelle ebenso möglich wie genauere Aussagen über die Bewegung der Erdkruste, die Meeresströmungen sowie die Eismasse der Polkappen.
Der rund 1,1 Tonnen schwere und fünf Meter lange Satellit gilt als Raumfahrzeug neuen Typs. Der pfeilspitzenförmige Satellit soll in einer niedrigen Höhe von rund 260 Kilometern um die Erde kreisen, um so möglichst genaue Daten über die Schwerkraft einzufangen. Dabei wird er eine Fluggeschwindigkeit von knapp 29.000 Stundenkilometern erreichen.
